Nationalratspräsident:
"Kunst muss provozieren dürfen" - "Hintergründig spielt in beiden
Fällen Heuchelei und Populismus die Hauptrolle"
Wien - Nationalratspräsident Andreas Khol (V) verteidigt -
anders als seine Parteifreunde Kunststaatssekretär Franz Morak und
Außenministerin Ursula Plassnik - die umstrittene EU-Plakataktion. In
der "Tiroler Tageszeigung" (Dienstag-Ausgabe) bezeichnet er die vor
allem von "Kronen Zeitung", SPÖ und FPÖ betriebene Aufregung um die
Nackt-Bilder als "maßlos übertriebene Diskussion und Erregung". Khol
sieht sich an die "heillosen" Debatten zu Thomas Bernhard oder
Elfriede Jelinek erinnert.
"Egal nun, ob diese Plakate Kunst sind oder nicht - schon die
Frage kann ja nicht objektiv beantwortet werden. Aber die Aktion hat
ihren Zweck erfüllt. Man redet über Europa. Kunst muss provozieren
können und dürfen", sagt Khol. Die Abnahme der Bilder sei
unvermeidlich gewesen. Die Aufregung um den "EU-Slip" und um das
Schwarzenegger-Stadion hätten ihn erheitert, so der VP-Politiker:
"Vordergründig geht es in beiden Fällen um Werte, um Grundwerte
sogar. Hintergründig spielt in beiden Fällen Heuchelei und Populismus
die Hauptrolle." (APA)