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Paar-Spiele der besonderen Art
Einer der attraktivsten Standorte der Linzer Ars Electronica ist immer die Präsentation der Kunstwerke im OK Offenes Kulturhaus. Auch heuer wird die animierende, mit spielerischen Akzenten auch tiefsinnige Inhalte vermittelnde Präsentation der "Cyberarts07" ihrem guten Ruf gerecht.

Es rumpelt, es pumpelt, es knattert, es blitzt. Es flimmert, wummert, blinkt und rattert. Formen fließen ineinander, Flaches bricht in die dritte Dimension. Irritationen feiern derzeit fröhliche Urständ': Willkommen im OK, im Offenen Kulturhaus.

Eben neu gestaltet, eben neu eröffnet, eben neu bestückt. Mit "Cyberarts07", einer ebenso sinnlichen wie intelligenten Präsentation prämierter Beiträge zum Prix Ars Electronica 2007. Vorgestellt werden dabei interaktive Kunstwerke, digitale Musik, "Hybrid Arts" (= Kunstwerke, in denen mehrere Sparten verschmelzen) und digitale Netzwerke.

Mitmachen bewirkt Aktion

Und wer da meint, dass dies alles zu theoretisch klinge, ist somit aufgefordert, hinzugehen und sich animieren zu lassen zum Reden, Schreien, Singen, sich Bewegen und dadurch schräge Aktionen in Gang zu setzen. Viele dieser Cyberarts funktionieren nämlich nur in der Interaktion. Das Publikum muss somit zu Akteuren werden, wenn es etwas sehen, hören, erleben will.

Der spielerische Aspekt ist also groß geschrieben, und nicht nur Computerfreaks kommen hier auf ihre sowohl unterhaltsame als auch konzeptuell überzeugende Rechnung.

Etwa beim "Unreflective Mirror" von Masaki Fujihata - dem Spiegel, der alles andere im Raum zeigt, als die sich spiegeln wollende Person. Beim "Park View Hotel" von Ashok Sukumaran (Goldene Nica), mit dem Besucher über einen Infrarot-Messstrahl in die gegenüber liegende Werbeagentur "linsen" können. Bei der auch formal bestechenden "Reisplantage" namens "Autoinducer_Ph-1" von Andrew Gracie/Brian Lee Yung Rowe, die mit Miniteichen usw. den Maschinencharakter von Ökosystemen thematisieren. Es faszinieren die Leuchtkammern "Camera Lucida" von Evelina Domnitch/Dmitry Gelfand. Auch der durch Stimm-Impulse gesteuerte Video-"Sho(u)t" von Vincent Elka und vor allem das kuriose Holz-Latex-Konstrukt "Conservation of intimacy" von Bernie Lubell. Ein Paar-Spiel der besonderen Art. Aber von besonderer Art ist hier tatsächlich alles.

OÖnachrichten vom 06.09.2007
 
   



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