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Von Sinn bis Unsinn
Es ist wahrlich keine leichte Kost, die Karl
Grausgruber in seiner Ausstellung im Kunstverein Steyr offeriert.
Aber dennoch reizt sie zum Verweilen. Nicht etwa aus ästhetischen
Gründen, nein - vielmehr weil ihr etwas archaisch-einfaches und
etwas diabolisch-hintergründiges anhaftet. Eine Mischung aus Thomas
Bernhard, Attwenger und Hans Söllner, wenn man andere Künstler und
Sparten zu einem Vergleich bemühen möchte. Und doch individuell,
einzigartig. Auch wenn sich das Gefühl breit macht, ähnliche
semi-abstrakte Kritzeleien schon in vielen Ausstellungen gesehen zu
haben, sind sie bei näherer Betrachtung doch originär. Karl
Grausgruber, der sich selbst als Zeichner und Autodidakt einstuft,
hegt ein tiefes Misstrauen gegen alles Dekorative und gegen das
Schöngeistige in der Kunst. Er gräbt mit seiner Graphik in den
Tiefen des Unbewussten, des kindlich Naiven, welches gleichermaßen
wirklich, wahr, absurd, hässlich, humoresk und bitterböse ist. Dabei
lässt er jegliches Wertgefüge auf und siedelt seine Werke an der
Grenze zwischen Sinn und Unsinn , zwischen real und abstrakt an.
Durch die Transparenz seiner gläsernen Bildträger spiegelt er manche
Motive, während er andere als "Positiv" stehen lässt. So entstehen
"Tiefengründe", die sich durchaus als "Mentalitätsmerkmale der
österreichischen Seele" interpretieren lassen. (loc) Schloss
Lamberg / Steyr. Bis 6. November.
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