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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
21. Februar 2006
20:08 MEZ
Die documenta wurde 1955 erstmals in Kassel organisiert und gilt inzwischen als bedeutendste Ausstellung moderner Kunst weltweit. Die documenta 12 ist vom 16. Juni bis 23. September 2007 geplant.

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documenta12.de  

Weniger Künstler mit mehr Arbeiten
Kommende documenta will Zahl der Künstler auf höchstens 100 beschränken

Kassel - Zur nächsten Weltkunstschau documenta im Sommer 2007 in Kassel sollen weniger Künstler eingeladen werden als bei vorangegangenen Ausstellungen. Die Zahl solle auf höchstens 100 beschränkt werden, sagte die Kuratorin der documenta 12, Ruth Noack, in Kassel. Im Gegenzug sollten die Teilnehmer sich mit mehreren Arbeiten präsentieren können. Obwohl weltweit nach interessanten Künstlern gesucht werde, werde nicht jedes Land vertreten sein. "Wir sind nicht die UNESCO." Auch das theoretische Beiwerk der Ausstellung solle begrenzt werden. "Wir wollen dem Kunstwerk so viel Autorität wie möglich geben", sagte Noack.

Hauptthemen der documenta seien die Frage der Moderne, der bloßen Existenz und der Bildung, sagte der in Wien lebende künstlerische Leiter Roger M. Buergel. Früher als üblich präsentierte der deutsche Ausstellungsmacher bereits erste an der documenta beteiligte Künstler. So organisiere der Brasilianer Ricardo Basbaum ein Skulpturenprojekt, während die Engländerin Imogen Stidworthy an einem akustischen Kunstwerk arbeite. Als im Alphabet ersten documenta-Teilnehmer nannten die Organisatoren den spanischen Starkoch Ferran Adrià, letzter auf der bisherigen Liste sei der Pole Artur Zmijewski. Die weiteren documenta-Künstler sollen noch vor Start der Ausstellung bekannt gemacht werden.

Zeitgeschehen

Der Streit um die Mohammed-Karikaturen soll kein Thema der documenta werden. "Ich glaube nicht, dass es der Ausstellung ansteht, Kommentare zum Zeitgeschehen zu machen", sagte Buergel. "Wir arbeiten nicht tagespolitisch, auch wenn wir Zeitung lesen." Wenn einzelne Künstler auf den Karikaturenstreit Bezug nehmen wollten, werde er sie aber nicht daran hindern, dies im Rahmen der documenta zu tun. Der Streit um Mohammed-Abbildungen reiche Jahrhunderte zurück. Traditionslinien dieser Art in der modernen Kunst zu zeigen, sei sehr wohl ein Ziel der documenta.

Kooperation

Hauptausstellungsort der documenta solle wieder die Kunsthalle Fridericianum werden, sagte Buergel. Verhandelt werde außerdem über die Nutzung weiterer Ausstellungsflächen, unter anderem in der Neuen Galerie. Auch unter freiem Himmel solle wieder Kunst zu bewundern sein. Um die documenta besser in das Kasseler Stadtleben einzufügen, wurde von den Organisatoren eine Kooperation mit dem Kasseler Kulturzentrum Schlachthof gestartet. Ziel dieses Austausches sei es nicht bloß, die documenta nach unten zu vermitteln, sondern zu erfahren, welche Dinge die Stadt bewegten, sagte Noack. (APA/dpa)


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