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Salzburger Nachrichten am 22. Juni 2006 - Bereich:
Handke lehnt auch Alternativpreis ab
Peter Handke will auch den "Berliner Heinrich Heine Preis" nicht annehmen, der ihm alternativ zum Düsseldorfer Preis angeboten wurde. Der österreichische Autor plädiert aber dafür, ein eventuelles Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro "serbischen Enklaven" im Kosovo zur Verfügung zu stellen, wie von den Initiatoren des Berliner Preises bekannt gegeben wurde. Der Düsseldorfer Stadtrat wehrte sich indessen gegen Vorwürfe eines "Angriffs auf die Freiheit der Kunst". Die von der Jury vor rund vier Wochen beschlossene Ehrung mit dem Düsseldorfer Heine-Preis war vom Stadtrat wegen des Eintretens Handkes für die serbische Politik und seiner Teilnahme an der Milosevic-Beerdigung wieder in Frage gestellt worden. Nach den politischen Auseinandersetzungen, die sich um seine Person entsponnen hatten, hatte Handke auf die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung verzichtet. Eine Gruppe von deutschen Schauspielern und Publizisten startete darauf hin eine Initiative zur Verleihung eines "Berliner Heinrich-Heine-Preises für Peter Handke". Handke zeigte sich in einem Schreiben an die Berliner Initiatoren "berührt von Ihrer Geste", betonte aber: "Bitte, kein Preis oder Alternativpreis für mich". Das eventuelle Preisgeld solle aber den serbischen Enklaven gegeben werden, die, wie die Berliner Initiatoren betonten, "von Stacheldraht umgeben sind und von Panzern geschützt werden müssen". Sie wollen versuchen, den Vorschlag umzusetzen. Bisher seien schon über 18 700 Euro an Spenden für das Preisgeld eingangen. Die Berliner Initiatoren des Alternativpreises erneuerten den Vorwurf, dass es sich bei der gescheiterten Vergabe des Heine-Preises an Handke und der Haltung des Düsseldorfer Stadtrates um einen "Angriff auf die Freiheit der Kunst" handele. |