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Der lückenlos überwachte Bürger ist schon längst Realität
Was kostet das Haus meines Chefs?
Mit Kunst gegen Überwachung
Hightech-Spionage: Totale Überwachung am Arbeitsplatz
LINZ, WIEN. E-Mail, Gespräche, Aufenthaltsorte - der Chef weiß alles, auch wenn es illegal ist.

Manchen Chefs hat es vor allem das Mobiltelefon angetan. Sie lassen mittels spezieller Handysoftware die Telefonanrufe ihrer Mitarbeiter protokollieren. Damit wissen sie automatisch, wer mit wem wie lange telefoniert hat.

Sogar GPS-Peilsender an Firmenautos, die weise im Wagen versteckt werden, oder sogenannte RFID-Etiketten, wie sie an den Produkten im Supermarktregal kleben, gehören bereits zum Repertiore innerbetrieblicher Überwachung, sagt etwa Datenschützer Christian Jeitler.

Solche Ettiketten können auch an der Dienstkleidung angebracht werden. Eine Identifikationsnummer ermöglicht im Nachhinein die Rückverfolgung sämtlicher Wege und Aufenthalte des Trägers. Aber auch mit elektronischen Mitarbeiterkarten, die die alte Stechuhr zunehmend ablösen, lassen sich solche Kontrollen durchführen.

Aber auch Videokameras und Mikrofone stillen das "Informationsbedürfnis" so manches Vorgesetzten. Fast schon veraltert ist die Überwachung durch sogenannte Tastaturanschläge- bzw. Key-Logger-Programme. Diese zeichnen alle Daten auf, die Mitarbeiter am Computer eingeben.

So können selbst Passwörter spielend ausgeforscht werden. Das Computerprogramm speichert auch, wann der Mitarbeiter wie lange an welchem Dokument gearbeitet hat.

EDV-Leute im Kriminal

In einer Interessenvertretung wurde sogar an alle Outlook-Kontaktdaten der Mitarbeiter ein Brief geschrieben. In diesem stand: "Sie haben mit unserem Mitarbeiter XY Kontakt. Bitte teilen sie uns mit, wie zufrieden sie mit ihm sind." Solche Methoden sind zwar illegal, aber geübte Praxis. Strafbar machen sich nicht nur die Vorgesetzten, sondern Systemadministratoren, die ihnen die Daten liefern. Die Datenschutzkommission möchte diese Praktiken stoppen, scheitert aber. Für eine ausreichende Aufklärung der Menschen und Überprüfung der Unternehmen mangelt es an Personal, erklärt die Datenschutzkommission.

OÖnachrichten vom 05.09.2007
 
   



tille48  07:17 | 5.09.2007               Beitrag melden

Die Illusionen der Träumer und Gutmenschen...
Was möglich ist, wird auch gemacht. Das ist auch bei diesem Thema nicht anders. Nicht nur „Gutmenschen“ glauben leider noch zu oft daran, dass grundsätzlich ein ethisches Verhalten praktiziert wird. Glaube an das Schlimmste und du wirst nicht weit fehlen... Ein paar Querulanten stellen sich gelegentlich noch dagegen und pochen auf den Datenschutz. Aber diese Unbelehrbaren wird der Große Bruder auch bald im Sack haben.

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