Nicht die Rekonstruktion nach alten Ansichten in den (optischen) Stand von 1873 selbst sei zu teuer gewesen, sondern dass die Fassadenteile im Zuge von Steinmetzarbeiten ausschließlich aus Naturstein rekonstruiert werden sollten. "Das war fehlerhaft und hat nicht dem historischen Vorbild entsprochen", so Böck, die betonte, dass schon bei der ursprünglichen Fassade "eine Art gegossener Kunststein" verwendet worden ist. Daher will man bei der neuerlichen Ausschreibung auch "Alternativmaterialien" zulassen, die die Kosten wesentlich senken würden. Dies sei jedoch keine Abkehr von der Rekonstruktion nach historischem Vorbild, die sich nach "optischen, aber auch nach Materialaspekten" orientiere. Laut Böck ist auch die an die originalgetreue Rekonstruktion der Fassade gekoppelte Stein-Fassade, die nach Plänen Hans Holleins Augustinerstraßen-seitig errichtet werden soll, "nicht in Frage gestellt".
Burghauptmann Wolfgang Beer bestätigte, dass die geschätzten Kosten bei der
ersten Ausschreibung um "100 Prozent" überschritten worden seien. Laut "Presse"
wären das rund 2,2 Millionen Euro. Ebenfalls von der Burghauptmannschaft
beantragt worden sei eine Kalkulation darüber, was es kosten würde, die
bestehende Nachkriegsfassade nur zu reinigen und zu streichen (plus der
notwendigen Versetzung zweier Balkone). Dies sei jedoch von Beer nur als
Absicherung "gegen künftige Kritik" gedacht, um zu zeigen, dass der
"denkmalpflegerische Kraftakt" der Rekonstruktion der historischen Fassade
"nicht wesentlich teurer komme". (APA)
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derStandard.at