06.09.2003 18:02
Kündigungswelle in der Kunsthalle Wien
Das Sparprogramm schlägt wieder zu - Direktor Gerald Matt spricht vom
"schwärzesten Tag seiner Zeit in der Kunsthalle".
Wien - Im Rahmen eines umfangreichen Sparprogramms hat die
Kunsthalle Wien am Freitag fünf Mitarbeiter - 15 Prozent der Belegschaft -
gekündigt. In der Tageszeitung "Kurier" (Samstag- Ausgabe) spricht Direktor
Gerald Matt vom "schwärzesten Tag meiner Zeit in der Kunsthalle".
Verdreifachte Betriebskosten
Als Grund für die notwendigen
Einsparungen gibt Matt die Reduzierung der Subventionen sowie den Anstieg der
Betriebskosten an: "Vor dem Umzug ins Museumsquartier haben die Betriebskosten
140.000 Euro betragen, zur Zeit stehen wir bei 420.000 Euro, das bedeutet eine
Verdreifachung."
Verlängerung der Laufzeiten
Weitere
Maßnahmen sind die Verlängerung der Laufzeiten der Ausstellungen sowie die
Einführung eines wöchentlichen Schließtages ab dem nächsten Jahr. Während im
Museumsquartier etwa "das neue Riesenfoyer, das wir nicht brauchen" (Matt) hohe
Betriebskosten verursache, brächte der project space am Karlsplatz durch
Vermietungen, Sponsoren und Werbeeinnahmen Geld.
"Ohne Stützpunkt am
Karlsplatz würden wir sehr schlecht dastehen", so Matt im "Kurier". Im übrigen
betrage sein Ausstellungsbudget zwei Millionen Euro jährlich: "Das ist weniger
als das Budget für die Dürer-Schau. Damit machen wir 14 Ausstellungen. In Wien
wird die Gegenwartskunst in die Aschenputtelrolle gedrängt." (APA)