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derStandard.at | derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
10. Dezember 2008
13:45 MEZ

Robert Fleck, hier 2007 vor dem Österreichischen Pavillon in Venedig


Robert Fleck wird Intendant der Bundeskunsthalle Bonn
Österreichischer Kritiker und Ausstellungsmacher wechselt mit Jahresende von den Hamburger Deichtorhallen

Berlin/Bonn - Der bisherige Direktor der Hamburger Deichtorhallen, der Österreicher Robert Fleck, wird ab Jänner neuer Intendant der deutschen Bundeskunsthalle in Bonn. Das haben am Dienstag die Aufsichtsgremien der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn einstimmig beschlossen. Fleck wird Nachfolger des früheren, seit 1995 im Amt befindlichen Intendanten Wenzel Jacob, dem die Gesellschafterversammlung der Kunsthalle zu Ende 2007 gekündigt hatte.

Fleck arbeitete seit 1982 als Kritiker und Ausstellungsmacher, lebte von 1981 bis 2003 in Frankreich und war 2007 Kommissär des Österreich-Beitrages der 52. Biennale Venedig. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) begrüßte die Entscheidung, mit der die Weichen für eine gute Zukunft gestellt und ein neues Kapitel der Bundeskunsthalle aufgeschlagen werde.

"Anknüpfen an frühere Erfolge"

Er sei zuversichtlich, dass die Kunsthalle mit dem 51-jährigen Fleck "als exzellentem Ausstellungsmacher von internationalem Ansehen wieder an frühere Erfolge anknüpfen kann", sagte Neumann. Mit der Amtsübernahme bereits im Januar und der Übernahme der kaufmännischen Geschäftsführung durch Bernhard Spies sei ein "überzeugender personeller Neuanfang an der Spitze geschafft". Gleichzeitig dankte Neumann dem Interimsintendanten Christoph Vitali, der das Haus zum Jahresende verlässt und "in einer schwierigen Phase" das Steuer übernommen habe.

Der Kündigung Jacobs vorausgegangen war ein Bericht des Bundesrechnungshofes, der der Leitung der Kunsthalle wirtschaftliche Fehler und Versäumnisse im Umgang mit Bundesmitteln vorgehalten hatte. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in dieser Sache dauern noch an. Vergangenen Oktober erklärte das Oberlandesgericht Köln die Form der Entlassung Jacobs für unrechtmäßig. Danach wurde der Bund verpflichtet, Jacob "in einer seiner früheren Tätigkeit als Intendant und Direktor vergleichbaren leitenden Stellung weiter zu beschäftigen". Die Verhandlungen darüber sind noch nicht abgeschlossen. Die Bundeskunsthalle wurde 1992 gegründet. Gesellschafter sind der Bund und die Länder. Der Bund finanziert die Kunsthalle mit jährlich über 16 Millionen Euro. (APA/dpa)

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