Bregenz
(VN-ag) Freunde sind sie schon lange, der
Vorarlberger Bildhauer Herbert Albrecht und der Kärntner Maler Peter
Krawagna. Eine gemeinsame Ausstellung war lange geplant, jetzt ist
sie in der Galerie Art House zustande gekommen.
Die Sequenz von steinernen Köpfen und Faltungen des
Bildhauers erhebt sich wie ein kompaktes Gebirgspanorama vor einer
großformatigen Leinwand Krawagnas, die von der reduzierten
malerischen Geste und dem schwarz-weißen Farbkanon beherrscht wird.
Was wie gemacht füreinander scheint, ist unabhängig voneinander in
den Ateliers der beiden Künstler in Vorarlberg bzw. Kärnten
entstanden.
Als Terrakotta-Porträts sind Ende der 40er Jahre die ersten Köpfe
von Herbert Albrecht entstanden. Was damals als formale
Auseinandersetzung begonnen hat, findet auch in den jüngsten
Plastiken und Skultpturen des mittlerweile 74-jährigen Herbert
Albrecht Eingang. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung steht der
Mensch, für den Bildhauer das Maß aller Dinge. Die aktuellen
Arbeiten, die die ins Geometrische, ja fast Architektonische gehende
Tendenz der letzten Jahre aufnehmen, schließen nicht nur nahtlos an
Vorangegangenes an. Im Umgang mit dem Material manifestiert sich
einmal mehr "die Freude am Formalen" (Albrecht), die auch das reife
Werk des Bildhauers auszeichnet.
Was Albrecht der Raum, ist Peter Krawagna die Bildoberfläche, wo
sich das Gesehene im simultanen Nebeneinander von Formen, Schatten
und Umgebung zu einer Wahrnehmungsebene verschränkt. Für die in
Bregenz gezeigten Arbeiten bringt Krawagna mit Drachenfliegern,
Paragleitern, Ikarus und Co. den ewigen Traum vom Fliegen in einen
Formzusammenhang, der Funktion und Herkunft hinter sich lässt.
Die Ausstellung ist in der Galerie Art House in Bregenz
bis 13. Oktober zu sehen, geöffnet Montag bis Freitag, 14 bis 18,
Samstag 10 bis 12 Uhr.
Arbeiten von Albrecht und Krawagna.
(Foto: A. Grabher)