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Nicht nur Museen wie das MAK brauchen Utopien

WIEN (SN). Immer wieder neue Pläne, immer wieder Utopien: Peter Noever, Langzeitdirektor (seit 1986) des Museums für Angewandte Kunst in Wien (MAK), macht es so ähnlich wie die Kanone von Anish Kapoor, die immer noch – nun im Gefechtsturm im Arenbergpark – in regelmäßigen Abständen Wachs in die Ecke schießt. Noever verschießt Ideen, ob etwas oder was daraus wird, bleibt dann jeweils offen.

„Utopie“ ist eines der meistverwendeten Wörter, wenn Noever zur Jahrespressekonferenz lädt wie am Dienstag im Flak-Turm. Scharf geladen war auch die Rede des Direktors, der nicht mit Seitenhieben auf das Desinteresse der Politiker an Kunst und im Speziellen an seiner Sammeltätigkeit sparte und eine „schikanöse Behandlung“ seitens der Stadt Wien beklagte. Noever ärgert sich über „Behinderungen“ bei seiner Initiative, aus dem Gefechtsturm den Contemporary Art Tower, kurz CAT, zu machen und einen Entstehungsort für heimische Kunst zu etablieren, um sodann die heimische Kunst mit der internationalen zu „vernetzen“. Auch eine Bürgerinitiative legt sich quer gegen das Projekt. Das MAK wiederum hat bereits über „5000 Unterschriften aus aller Welt“ gesammelt. Künstler einzuladen, um vor Ort zu arbeiten, sei finanzierbar und spare „der Republik ein Vermögen“, sagt Noever. Auch ohne Ankaufsbudget habe er 2009 die MAK-Sammlung um rund 13.000 Objekte – von Anish Kapoor bis Erwin Wurm – erweitern können.

Nach 20 Ausstellungen im Haus am Stubenring und 23 Veranstaltungen bei der MAK Nite 2009 war auch Bilanz bei den Gesamtkosten zu ziehen, die rund 11,55 Mill. Euro betrugen, wovon 5,67 Mill. Euro der Personalaufwand verschlang (im Jahr 2002 waren es noch 2,2 Mill. Euro). Die Basisabgeltung wurde um 1,1 Mill. auf 12,127 Mill. Euro angehoben.

Als Großausstellung kündigte Noever „Blumen für Kim Il Sung“, also Kunst aus Nordkorea, an (ab 19. Mai). Weiters kommen Künstler wie Eva Schlegel oder Plamen Dejanoff zu Ausstellungsehren.eStro

Kultur / 03.02.2010 03.02.2010 / Print

 
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