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Ausstellung

Neuer Tapp- und Tastsinn

08. März 2011, 17:19
  • Artikelbild: Ein Griff, Eingriff inbegriffen: Bei Anna Witts Interventionen findet 
das Kalkül Eingang in die Alltagswelt.  - Foto: Anna Witt

    Ein Griff, Eingriff inbegriffen: Bei Anna Witts Interventionen findet das Kalkül Eingang in die Alltagswelt.


"stetig aufbegehren": Mit Anleitungen zum kritischen Agieren in der Lebenswelt bezieht die Künstlerin Anna Witt politisch Stellung

Bregenz - Diese Ausstellung ist in der Tat sehenswert: stetig aufbegehren zeigt im Bregenzer Magazin 4 die junge Künstlerin Anna Witt und ihre engagierten Videoinstallationen. Ihre Arbeiten basieren auf Handlungen - da werden etwa wildfremde Menschen im öffentlichen Raum von der Künstlerin eingeladen, bei ihrer gesellschaftskritischen Performance mitzuwirken und sich mit ihrer Umgebung und deren politischer Dimension auseinanderzusetzen. Inszeniert werden dabei vertraute Handlungen, wie beispielsweise das Abtasten von Personen im öffentlichen Raum bei Sicherheitskontrollen. Anna Witts Arbeiten sind explizit politisch; sie beschäftigt sich mit Themen wie Feminismus, Wirtschaftskritik, Flexibilisierung der Arbeitszeiten oder dem öffentlichen Raum. Die Künstlerin bezieht Stellung in ihren Arbeiten - eine klare, erfrischende Haltung, die jungen Künstlern leider allzu oft fehlt.

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Spannend und witzig zugleich ist beispielsweise auch die Installation mit dem Titel Geld zu finden. Anna Witt hat dafür insgesamt 400 Euro in einer installierten Wohnung versteckt. Die Ausstellungsbesucher wurden eingeladen, ohne Rücksicht auf den Erhalt der Installation das Geld zu suchen. Innerhalb von drei Stunden ist von der einstigen Wohnung nur noch ein Schlachtfeld übrig, der Großteil des Geldes gefunden. Witt über ihre Methode: "Ich stelle Personen einen Handlungsspielraum zur Verfügung, den sie selbst gestalten können." Die sechs präsentierten Arbeiten im Magazin 4 sind allesamt hervorragend gelungen und regen den Betrachter zum Nachdenken an. Darüber hinaus werden weitere Arbeiten der Künstlerin im Martinsturm in der Bregenzer Oberstadt ausgestellt. Von dort oben ertönen während der Ausstellungsdauer jeden Tag um 14.00 Uhr Sambarhythmen und der Satz: "This is what democrazy looks like!" (Raffaela Rudigier, DER STANDARD - Printausgabe, 9. März 2011)

"stetig aufbegehren" - bis 8. Mai; Magazin 4 Bregenz. Öffnungszeiten: Di bis So, 14.00-18.00

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