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Kunstberichte

MAK: Der britische Künstler Julian Opie wirft einen zynischen Blick auf eine sinnentleerte Gesellschaft

Gelackte Symbole der Oberflächlichkeit

Das MAK zeigt kühle Porträts – wie

Das MAK zeigt kühle Porträts – wie "Shahnoza with nose stud", 2007 – des britischen Künstlers Julian Opie. Foto: J. Opie /Lisson Gallery/MAK

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Aufzählung Der bekannte britische Künstler Juian Opie scheint ein Zyniker zu sein. Anders lässt sich sein Blick auf unsere sinnentleerte Gesellschaft nicht erklären: Porträts von glatten, reichen, überschlanken Modellen – dazu Anflüge von Berühmtheit, Sportlichkeit und ein wenig Sexismus.

Diese Mischung hat sich mit Computeranimation, Leuchtkästen oder gelackter Siebdrucktechnik vierzig Jahre nach der Pop-Revolte der Werbung ziemlich angenähert. Allerdings wirft sie auch einen Blick zurück auf die englischen Gesellschaftsporträts des 18. Jahrhunderts und den Japonismus um 1900.

Akte, Landschaften und Porträts werden auf Computer-Screens übertragen, kopflose sportive Gruppen flanieren als schwarzweiße Wandmalereien die Wände entlang, dazwischen herrscht die Kühle der teils ovalen Vinylbilder.

Bewegte Mücken

In der Attraktivität ein wenig an Alex Katz’ Welt der Reichen erinnernd, ist einzig die neue Serie "Eight Views of Japan" intensiver: Sie ist eine mit Computer in Leuchtkästen animierte Übersetzung von Fotos aus Japan und den bekannten Holzschnitten des 19. Jahrhunderts. Moderne Verkehrswege durchqueren die ruhigen Farbfeld-Ansichten mit und ohne Götterberg Fuji. Künstliche Blumen, Gräser und Mücken werden ebenso bewegt. Ein Nachtstück verweist auf die alten und neuen Vergnügungsviertel. Als Protest gegen die anhaltende Prostitution im Turbokapitalismus taugt die Serie von Gogo-Girls an der Stange "This is Shahnoza" von 2007 aber nicht.

Virtuelle Welten

Viele Werke stehen mehr mit den virtuellen Welten in Beziehung, die Japan und die ganze Welt zuweilen durch fehlende Kommunikation lähmen.

Nach einem Rundgang von fünf Minuten entsteht die unbändige Sehnsucht nach der Klebrigkeit einer Fettecke von Joseph Beuys, auch nach seinen Alternativvorschlägen an die Gesellschaft – und die Berühmtheit von Opie allein bewahrt nicht vor der Frage: Wie passen die hohlen Nackttänzerinnen und heutigen Salondivas eigentlich ins ambitionierte Programm des MAK?

Aufzählung Bildende Kunst

Julian Opie. Recent Works Bettina M. Busse (Kuratorin) Museum für angewandte Kunst bis 21. September

Dienstag, 10. Juni 2008

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