text breit    text schmal   drucken 
derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
06.06.2002
16:23 MEZ
Museum im Berg in Salzburg ohne Bundeshilfe
Für Schüssel "kein Museum" - Stadt fühlt sich "brüskiert"

Salzburg - Eine eindeutige Absage für eine finanzielle Beteiligung des Bundes an einem Museum im Mönchsberg machten am Donnerstag Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und die für Museen zuständige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (beide V) bei einem Pressegespräch in Salzburg. Es handle sich um "kein Museum, sondern um eine Ausstellungshalle", sagte Schüssel.

Die Ablehnung sei "eine Brüskierung von Stadt und Land Salzburg und inhaltlich inakzeptabel" äußerte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (S). Mit seinen Aussagen würde Schüssel lediglich beweisen, dass er Inhalt, Strahlkraft und Potenzial des Hollein-Projekts nicht erfasst habe, erklärte Schaden.

Nicht zuständig

Beim Hollein-Projekt für das Museum im Berg gebe es keine Zuständigkeit durch die Bundesverfassung, so der Kanzler. Er stehe aber für Gespräche zur Verfügung. Gefragt seien "kreative Wege".

In Salzburg sei für ihn eine Bundesbeteiligung am Umbau des Kleinen Festspielhauses weit näher liegender, damit dieses Haus rechtzeitig für das Mozartjahr 2006 fertig gestellt werde.

Gehrer bezeichnete die Pläne für das Kunstzentrum Mönchsberg "ambitioniert". Der Bund beteilige sich finanziell am Museum auf dem Berg, weil es Kunstwerke zeige, die es in Österreich bisher nicht gebe, weil es eine Lücke schließe. Beim Hollein-Projekt könne man aber nicht erwarten, dass es der Bund als Museum betrachte.

Nochmal nachdenken

Bürgermeister Heinz Schaden erläuterte, das Hollein-Projekt habe international größten Anklang und Wertschätzung erfahren, was auch durch das Interesse so renommierter Häuser wie dem Kunsthistorischen Museum in Wien, der Eremitage in St. Petersburg und der New Yorker Guggenheim Foundation an einer Beschickung des Hauses untermauert werde.

Die Chancen auf das "Kunstzentrum Mönchsberg" - eine Verbindung des Museums auf dem Berg mit dem Hollein-Projekt im Berg - sind durch die Ablehnung stark gesunken. Landeshauptmann Franz Schausberger (V) merkte dazu an, dass Ende Juni die Studien vorliegen werden, die das Projekt überprüfen. Dann werde er mit diesen Unterlagen dennoch beim Bund "anklopfen". (APA)


©2002 derStandard.at - Alle Rechte vorbehalten.
Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.