Salzburger Nachrichten am 02. Februar 2002 - Bereich: kultur
MAK möchte Innovation, aber es
fehlt das Geld
WIEN (SN). Peter Noevers "Jahrespressekonferenz" des Museums
für Angewandte Kunst (MAK) in Wien geriet diesmal zur Promotion eines
Fünfjahresplanes, der aber in erster Linie ein Sammlungskonzept
präsentierte, das für Österreich wirklich sinnvoll ist. Ein langjähriges
Problem betrifft das "international" sammeln; es wurde in Österreich nicht
rechtzeitig mit wachsender Konjunktur und zunehmender Besserstellung aller
Bevölkerungskreise in Angriff genommen. Das Museum Moderner Kunst sei ja
auf der Basis von importierten Sammlungen entstanden und hat damit etliche
Lücken gestopft. Aber nach wie vor fehlt jenem Haus eine eigene,
unverwechselbare Strategie, derentwegen es lohnte, nach Wien zu kommen und
sich vor Ort ein spezielles Konzept "zeitgenössischer" Kunst anzusehen.
Peter Noever möchte in die Bresche springen und auf der Basis von "Artist
in Residenz" eine Strategie schaffen, mit der international interessante
Künstler zu Interventionen im und um den Gefechtsturm im Arenbergpark -
der dem MAK als Depot dient - geladen werden, die sich mit der Stadt und
ihrer Geschichte befassen sollen.
Die Finanzlage ist auch beim MAK nicht eben erfreulich. Geld fehlt zum
Beispiel für die geplante Retrospektive Kurt Kocherscheidt. Auch für eine
Ausstellung zur Arbeit der Architektin Zaha Hadid fehlen die Mittel. Auch
um das Ankaufsbudget sei es schlecht bestellt, sagte Noever.
JANA WISNIEWSKI
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