| DER ONLINE DIENST DER
TIROLER TAGESZEITUNG http://www.tirol.com/ |
| Kunstforum
zeigt Meisterwerke aus der Sammlung Im Obersteg Die Schweizer Sammlung Karl und Jürg Im Obersteg ist eine der letzten und bedeutendsten Privatsammlungen Klassischer Moderne. Wien (APA) - Anfang 2004 geht sie als Stiftung an das Kunstmuseum Basel. Zuvor wird sie zum ersten - und voraussichtlich letzten - Mal außerhalb der Schweiz gezeigt. Ab Donnerstag bis 30. November ist im BA-CA Kunstforum in Wien eine Auswahl von über 80 Gemälden, Skulpturen und Arbeiten auf Papier zu sehen, darunter Ikonen der Kunstgeschichte wie Picassos "Absinth-Trinkerin" oder Chagalls Serie der drei Judenporträts.Den Grundstein zu seiner Sammlung legte der Basler Transportunternehmer Karl Im Obersteg 1916 mit einem gemalten "Nelkenbukett" von Cuno Amiet, entstanden im Jahr des Ankaufs. Das weitere Wachsen der Sammlung passierte nach keinem Konzept, sondern entwickelte sich aus dem Kontakt mit den Künstlern. So dominierten anfangs Schweizer wie Amiet oder Ferdinand Hodler die Sammlung. Der Bekanntschaft mit Alexej Jawlensky und dessen Lebensgefährtin Marianne Werefkin verdankt sich ein Schwerpunkt russischer Kunst (Chagall, Kandinsky), einen weiteren Fokus bilden französische oder in Paris arbeitende Künstler wie Cezanne, Rouault, Picasso, Soutine oder Modigliani. Karl Im Obersteg konzentrierte sich auf figurative Tendenzen im Expressiven, Symbolistischen oder sachlich Konkreten, konstruktive Positionen etwa von Paul Klee oder dem späten Jawlensky spielten eine untergeordnete Rolle. Erst sein Sohn Jürg, der nach dem Tod des Vaters 1969 die Sammlung übernahm, wandte sich mit Arbeiten etwa von Alexander Rodteschenko oder Theo van Doesburg auch diesem Bereich stärker zu. Die Kunst nach 1945 ist in der Sammlung mit repräsentativen Meisterwerken des Informel von Jean Dubuffet und Antoni Tapies sowie dem existenzialistischen Realismus von Bernard Bufett vertreten. Nach dem Tod von Jürg Im Obersteg 1983 transformierte seine Frau Doris die Sammlung in eine Stiftung, die zwischen 1995 und 2002 im Wichterheer-Gut in Oberhofen am Thunersee der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Im Kunstforum sind neben einer Reihe weniger bedeutender oder vereinzelten Arbeiten Meisterwerke wie Chagalls Selbstbildnis, Cezannes "Badender am Wasser sitzend", Buffets "Zwei Stühle", Modiglianis "Porträt Madame Dorival" oder Picassos Skulptur "Die Äffin und ihr Junges" zu sehen. Mit fünf eindrucksvollen Gemälden aus der Zeit zwischen 1919 und 1934 ist Chaim Soutine vertreten. Und fast eine kleine Ausstellung für sich bilden die über 20 Arbeiten von Jawlensky, an Hand derer sich dessen Entwicklung vom russischen Realismus über den Expressionismus der Münchner Jahre bis zum spirituell gefärbten abstrahierenden Spätwerk nachvollziehen lässt. Ausstellung "Im Bann der Moderne: Picasso - Chagall - Jawlensky. Meisterwerke aus der Sammlung Karl und Jürg Im Obersteg", von 4. September bis 30. November im BA-CA Kunstforum, Öffnungszeiten tgl. 10-19 Uhr und freitags bis 21 Uhr, Katalog zu 33 Euro. 2003-09-03 13:44:37 |