diepresse.com
zurück | drucken
06.03.2002 - Ausstellung
Die Linie fesselt den Raum
Gottfried Fabian (1905 bis 1984) suchte die Symbiose von Farbe und Linie. Die Galerie Contact widmet ihm eine Werkauswahl.
VON KRISTIAN SOTRIFFER


Wie der berühmtere Schul- und Akademie-Kollege Hans Hartung stammte auch Gottfried Fabian aus Dresden. Erst nach dem Krieg, im Jahr 1949, ließ er sich im steirischen Voitsberg nieder. Seit seinen ersten Personalen im Amsterdamer Stedelijk Museum und in der Wiener Secession (1956) zählte er zu den konsequentesten und zugleich offensten unter den "Abstrakten" seiner Zeit.

Fabians reduziert-lyrische Art der Dynamisierung einer weißen Bildfläche mit kalligraphischen Zügen ließ ihn zu einem der eigenwilligsten Maler der sechziger und siebziger Jahre in Österreich werden. Die von ihm geschaffenen Konzentrate vermitteln bei aller Stringenz eine große Leichtigkeit.

Eine vorzüglich getroffene Auswahl aus seinem mittlerweile offenbar stark vernachlässigten Nachlaß erzeugt in der Galerie Contact eine helle, heitere Stimmung. Sie ist das Resultat eines sparsamen, aber energischen Akzentsetzens mittels bewegter Liniengerüste, denen das gefleckt Farbige in präzise gesetzten Formulierungen gegenüber steht. Als der Künstler anläßlich seines 70. Geburtstags von der Grazer Neuen Galerie geehrt wurde, schrieb Alexander Wied von einem unverwechselbaren Klang im Stimmengewirr der Künste. Aus ihm erhebt er sich nach wie vor auf kennzeichnende Art.

Bis 16. März.



© Die Presse | Wien