Joanneum kündigt Peter Weibel nach heftiger Kritik
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Streitbarer, gekündigter Kurator: Peter Weibel. Foto: apa/René van Bakel
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Chefkurator nannte Intendanten "Autokraten aus Kasachstan".
Graz.
"Einmal ist das Maß voll", erklärte Joanneum-Intendant Peter Pakesch am
Mittwoch eine radikale Personalentscheidung: Der Vertrag von Peter
Weibel als Berater und Chefkurator der Neuen Galerie wurde fristlos
aufgelöst. Man könne, zürnte Pakesch, ein wiederholt schädigendes
Verhalten nicht hinnehmen.
Dem drastischen Schritt sind ebenso drastische Worte von Weibel
vorausgegangen. Denn er hat Pakesch, der radikale Einsparungen umsetzt,
zuletzt im "Standard" als "Autokraten, frisch aus Kasachstan importiert"
bezeichnet. Pakesch übe "administrative Gewalt" aus und habe es "so
geschafft, dass das Joanneum mehr oder minder tot ist."
Die Einsparungsmaßnahmen – eine Konsequenz des steirischen
Sparbudgets – bedeuten jedenfalls schmerzhafte Einschnitte für das
älteste Museum Österreichs: Öffnungszeiten und Ausstellungstätigkeiten
werden reduziert, 24 Abteilungen schrumpfen auf 13. Auch an der Neuen
Galerie wird zum Rotstift gegriffen. Für Weibel aber nicht nur aus
monetären Gründen: "Jetzt explodiert der jahrelange, pathologische Hass
von Pakesch auf die Neue Galerie", erklärte er.
Printausgabe vom Donnerstag, 31. März 2011
Online seit: Mittwoch, 30. März 2011 18:30:00