| Salzburger Nachrichten am 21. Dezember 2001 - Bereich: kultur
Die österreichische Architekturszene lebt
Der zweite Teil einer Übersichtsschau im Wiener
Architekturzentrum
Wieder ist das normierte Koffersystem aufgeklappt, die Platten
ausgepackt und neu dekoriert, zehn neue Architekten und Teams setzen die
Ausstellungsreihe fort, die im Jahr 2000 begann und einen kontinuierlich
aufgebauten Überblick der Architekturszene in Österreich bietet.
Erstaunlich, aber überprüfbar: Österreichs Architekturszene ist
derart lebendig, dass es dem strengen Blick von Otto Kapfinger auch
diesmal gelungen ist, nur erste Qualität auszuwählen. Vielleicht schöner
als bei der ersten Ausgabe, konzentriert er sich auf einen Trend der
Schwerelosigkeit, den Materie und Raum nun einzunehmen imstande sind. Man
könnte fast von rhythmischen Bewegungen gebauter Körper sprechen. Vor
allem hat Architektur eine gehörige Portion Selbstbewusstsein entwickelt,
ob im Landschaftskontext oder im Stadtraum, eine Bezugnahme geschieht
spielerisch, fantasievoll, einpassen und anpassen ist nicht mehr wirklich
gefragt.
Kunst ist Kunst und Natur ist Natur, scheinen sich die Architekten
zu denken, denn die Gebäude wissen um ihre Schönheit und lassen sich den
Dienst am Zweck gar nicht mehr ansehen.
Vorgeführt werden: Das Feuerwehrhaus und Kulturhaus Hittisau von
cukrowicz.nachbaur, das Haus menz in Wien von fasch & fuchs, der
Kinder- und Jugendhort in Taxham, Salzburg, von Maria Flöckner und Hermann
Schnöll, die Revitalisierung der ehemaligen Stadtmühle in Graz von Hans
Gangoly, der zuck Bürozubau in Oberpullendorf, von gerner/gernerplus, der
Lebensmittel Supermarkt Mpreis in Leutasch, von Erich Gutmorgeth, hall 01
(public entity) st. veit/glan von HOLODECK.at, MAMO-02
Holz-Wohnbau-Konstruktionssystem von MARTERERMOOSMANN, das Sport- und
Freizeitzentrum Stallhofen von Gerhard Mitterberger und das Lager- und
Kaufhaus Okay in Innsbruck von Wolfgang Tschapeller.
Mit dem Handbuch als Nachschlagwerk kann man nun beginnen, sich
neue Namen einzuprä-gen. Prägnante, kurze Beschreibungen auf Deutsch und
Englisch ermöglichen es, für österreichische Kulturressourcen im Ausland
zu werben.
Bis 15. April 2002
JANA WISNIEWSKI
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