Gerald Bast, Rektor der Angewandten, nimmt aber die im Universitätsgesetz festgeschriebene Verpflichtung zur "Förderung des künstlerischen Nachwuchses" ernst – und fand mit Juristen einen Ausweg in Form des "Angewandte Art Pools": Er macht sich zunutze, dass – im Gegensatz zum Kunstankauf – Zuwendungen an die Universität bis zu einer Höhe von zehn Prozent des Jahresgewinns steuerlich absetzbar sind.
Der Art Pool fungiert sozusagen als nicht profitorientierter Zwischenhändler: Spenden von Privatpersonen und Unternehmen werden an die Absolventen der Angewandten als Stipendien ausgeschüttet – und diese revanchieren mit Kunstwerken, die der Art Pool an die Spender als langfristige Leihgabe weitergibt.
Bast möchte mit dem Projekt, das seiner Meinung nach eine "kulturpolitische Bombe" sein könnte (z.B. wenn andere Universitäten das Modell kopieren), bereits im Herbst starten. Die von den Absolventen in den Pool eingebrachten Kunstwerke sollen im Internet und in jährlichen Ausstellungen präsentiert werden. Aber natürlich sei es auch möglich, dass sich Künstler und Spender direkt absprechen...
Ziel ist es, die jungen, noch nicht etablierten Künstler (und die Assistenten) zu fördern. Ein Werk des Angewandte-Absolventen Erwin Wurm, nun Professor, wird man daher auch künftig in der Galerie erwerben müssen. (DER STANDARD, Printausgabe, 19.07.2005)