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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
04. Oktober 2005
20:55 MESZ
Von Kerstin Scheller

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lentos.at  

Stadt Linz will neues Konzept fürs Lentos
Besucherzahlen sinken, Politiker wünschen sich mehr Ausstellungen für die breite Masse

Linz - Das inhaltliche Konzept für das Linzer Kunstmuseum Lentos soll überarbeitet werden, denn die Stadt wird immer nervöser: Das Aushängeschild der europäischen Kulturhauptstadt 2009 - das neue Kunstmuseum war neben dem Ars Electronica Center ausschlaggebend für den Zuschlag bei der Bewerbung von Linz - entspricht nicht den Erwartungen der Politik.

Seit der Eröffnung vor zweieinhalb Jahren gehen die Besucherzahlen kontinuierlich zurück. Meldungen, dass die künstlerische Direktorin Stella Rollig deshalb kurz vor der Ablöse stehe, dementiert SP-Bürgermeister Franz Dobusch. Auch dass Agnes Husslein die Leitung übernehmen soll, bezeichnet er - ebenso wie VP-Kulturreferent Erich Watzl - als haltloses Gerücht.

Spartenprogramm

"Fakt ist, dass sich das Lentos nicht positiv entwickelt", sagen die Stadtpolitiker einstimmig. 43.000 Besucher waren es bis Ende September, mit 60.000 wird heuer gerechnet. Voriges Jahr kamen noch 81.000, und 2003 zählte das Lentos von Mai bis Dezember 97.000 Besucher. Nicht personelle, sondern inhaltliche Veränderungen stehen laut Dobusch und Watzl daher an. Wenn es nach den Wünschen der Politiker geht, sollen mehr publikumswirksame Ausstellungen kommen. Bisher habe das Lentos zu sehr ein Spartenprogramm geboten.

Erfolg und Misserfolg eines Museums allein an den Besucherzahlen zu messen findet die Leitung des Lentos zu eindimensional. In einer Stellungnahme zu den Vorwürfen führen Rollig sowie der kaufmännische Direktor, Gernot Barounig, ihre "wesentlichen Qualitätskriterien" an: "Diskussion der Museumsarbeit in Fachkreisen oder Partnerschaften mit anderen führenden Institutionen."

Konzept

Peter Assmann, Direktor der oberösterreichischen Landesmuseen, bedauert die aktuelle Diskussion über das Lentos. "Erst wurde der Neubau glorifiziert, und jetzt wird das Lentos schlechtgeredet." Dabei seien seiner Ansicht nach nur die Erwartungen viel zu hoch gesteckt worden. "Linz ist keine Tourismusstadt." Die Annahme, dass mit einem neuen Museum für zeitgenössische Kunst tausende zusätzliche Gäste nach Linz kommen, findet er "unrealistisch". So stammen etwa 80 Prozent der Besucher der Landesmuseen aus Oberösterreich.

Ob die Stadt deshalb jetzt das künstlerische Konzept infrage stellen sollte, dazu will Assmann keine Stellung beziehen: "Stella Rollig bewarb sich mit einem klaren Konzept, aufgrund dessen hat die Stadt sie als Leiterin bestellt." (DER STANDARD, Printausgabe, 5.10.2005)


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