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Zuletzt aktualisiert: 13.09.2011 um 20:33 UhrKommentare

Mumok: Hoffen auf die Brieftaschen der Sponsoren

Mit einem "Museum der Wünsche" wurde das teilsanierte Museum Moderner Kunst (Mumok) in Wien wiedereröffnet: Alles frisch gestrichen und die Kunst auch ganz neu gehängt.

Pino Pascalis gigantische Plüschspinne "Die blaue Witwe" im Eingangsbereich

Foto © ReutersPino Pascalis gigantische Plüschspinne "Die blaue Witwe" im Eingangsbereich

Mit einem Tag der offenen Tür, einer Mal- und Textwerkstatt für Kinder und einem Fest mit Musik und Tombola ging kürzlich die baubedingte dreimonatige Sperre des Museums Moderner Kunst (Mumok) im Wiener MuseumsQuartier zu Ende.

Natürlich fehlt auch nicht der Treppenwitz, dass jede neue Direktion ein neues Logo (Entwurf Florian Pumhösl) anbringen lässt. Die gleich nach der Eröffnung vor zehn Jahren kaputten Terrazzoböden wurden saniert, der Eingangsbereich luftiger gestaltet. Die Architekten Ortner&Ortner verpflanzten das neue Café über den Museumsshop. Im letzten Untergeschoss bauten Heimo Zobernig und Michael Wallraff in der Art einer schwarzen Box einen Kinosaal, in dem 35mm-Projektion wie DVD-Abspielung möglich ist. Und auch nicht unwichtig: Die Einteilung der Stockwerke folgt einer nachvollziehbaren Logik mit 0 für das Erdgeschoss, minus für die drei Tiefgeschosse und mit plus geht's in lichte Höhen.

Alles frisch gestrichen und die Kunst auch ganz neu gehängt. Karola Kraus, vor knapp einem Jahr zur Direktorin bestellt, entwickelte für die Wiedereröffnung ein "Museum der Wünsche", das bis Jänner rund 200 Exponate aus der eigenen, 9000 Stück großen Sammlung zeigt. In diese Präsentation sind "37 Wunschkunstwerke" eingebettet, die die 50-jährige Kunsthistorikerin ankaufen will, um die Sammlung zu ergänzen, zu erweitern oder Lücken zu schließen. Einige der Wünsche gingen schon in Erfüllung: So wurde das Archiv des "Museums in Progress" angekauft.

Auf dem Wunschzettel steht etwa ein frühes Tafelbild des deutschen abstrakten Malers Blinky Palermo mit einem Marktwert von drei Millionen Euro. Oder ein Martin Kippenberger aus der Serie "Fred the Frog": Die bisherigen Mumok-Direktoren haben noch nie ein Werk dieses 1997 jung verstorbenen deutschen Künstlers erworben, der mit Wolfgang Bauer, Jörg Schlick und Albert Oehlen als "Lord Jim Loge" blödelte. Ganz oben im Mumok ist die klassische Moderne daheim, dort hängt auch der einzige René Magritte, den ein österreichisches Museum in seinem Bestand hat. Didaktisch sehr fein wird gezeigt, welch unterschiedliche Gesichter die Abstraktion tragen kann: Herbert Brandl und Gerhard Richter vereint mit Frantiek Kupka und Alexej Jawlensky.

Im Erdgeschoss zieht Pino Pascalis "Die blaue Witwe" alle Aufmerksamkeit an sich. Nicht weit davon entfernt Joseph Beuys Environment "Basisraum Nasse Wäsche", beziehungsweise die sinnwidrig auratisierten Überreste: drei Zinnrinnen mit Seifenrückständen, zwei Tische, ein Sessel, Kübel. Es fehlt die von Beuys gehängte nasse Wäsche.

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