

Und so kam es schon am Rande der vergangenen Biennale von Venedig zu einer Ausstellung Wurms im dortigen Guggenheimmuseum, die eigentlich keine Ausstellung war, sondern vielmehr ein Anlass, für wenige Stunden nur auf der renommierten Terrasse Cocktails zu schlürfen - nebst einer Performance und wenigen plastischen Arbeiten auf herkömmlichen Sockeln.
Auch egal, die Einladung vermerkte Guggenheim nebst Wurm, und nur darum geht es ja im Kunstgeschäft. Gespickt mit ein paar Code-Wörtern wird die Hardware zur begehrten Ware. Und dahingehend war echt nahe liegend, nicht nur ein Auto zum Fat-Car aufzublasen, sondern im selben Zug auch gleich dem New Yorker Guggenheim ein paar Schwarten umzubinden. Weil: Wiedererkennungswert garantiert! Und: Lustig ist jetzt schon, dass die Fettleibigkeit des Guggenheim so dominant in der Assoziationskette mit dem Autor des Übermaßes steht, dass die Marke auch ganz ohne Peggy auskommt. Und also fragt Erwin Wurm keck all jene, die seine Ausstellungen - im Moment gerade bei Krinzinger - besuchen: Am I a House?
Und dann kann man
schon wehmütig werden. Weil: Wurms Frage, ob denn jeder ein Terrorist
wäre, der sich jetzt seinen Rollkragen über das Gesicht zieht, bzw. ob
die Angst vor den Vermummten überhaupt zwischen Terrorist und Künstler
unterscheidet, war 1999 echt erfrischend inkorrekt. Nur verfestigt,
gegossen, kommt der Schmäh nicht wirklich rüber. "Ein echter Wurm!"
freut sich zwar der potente Sammler, aber jenen, für die Wertsteigerung
aus Bestemm heraus immer noch Nebensache ist, wird womöglich
schlagartig fad.