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| Ausstellungs-Hits im Herbst: Dürers Hase und
Bacons Kardinal Wie jeden Herbst setzen die Wiener Museen mit hochkarätigen Ausstellungen der sommerlichen Kunst-Flaute ein Ende. Den Beginn macht das Kunstforum Bank Austria mit "Im Bann der Moderne" und zeigt dabei u. a. Picasso und Chagall. Wien (APA) - Die Albertina pariert mit der Mega-Schau "Albrecht Dürer", die endlich wieder den populären "Feldhasen" aller Welt zugänglich macht. Das Kunsthistorische Museum setzt auf Francis Bacon, die Sammlung Essl auf Hermann Nitsch. Am 20. 9. gibt es bei der "Langen Nacht der Museen" auch wieder die Möglichkeit, beim Kunst-Marathon Kondition zu beweisen.Ein Schlüsselwerk aus Picassos Frühzeit, die "Absinth-Trinkerin" von 1901, ist eine der Pretiosen der kommenden Schau "Im Bann der Moderne" im Kunstforum (4. 9. - 30. 11.), die sich aus Stücken der privaten Sammlung Im Obersteg zusammen setzt. Zu sehen sind auch Meisterwerke von Marc Chagall wie die Werkgruppe der Judenporträts von 1914 oder Paul Cezannes Akt im Freien aus den 1870er Jahren. Der zweite Schwerpunkt der Sammlung umfasst eine repräsentative Auswahl der Kunst nach 1945, etwa von Jean Dubuffet oder Antoni Tapies. Das berühmteste Tier in der Kunstgeschichte ist wohl Albrecht Dürers "Feldhase" von 1502. Die Albertina beherbergt die bedeutendste Dürer-Sammlung der Welt, die für die Schau "Albrecht Dürer" (5. 9. - 30. 11.) ergänzt wird mit Blättern aus London, Paris, Berlin und New York. Unter den gezeigten rund 200 Originalen (150 davon aus eigenen Beständen) befinden sich auch "Das Große Rasenstück", "Der Hafen von Antwerpen" und "Die tote Blauracke". Natürlich darf auch der "Feldhase" dabei Frischluft schnuppern, bevor er wieder im Hochsicherheitsdepot verschwinden muss. Zur Eröffnung wird Deutschlands Außenminister Joschka Fischer erwartet. Auch das Kunsthistorische Museum (KHM) hat Großes vor: "Francis Bacon und die Bildtradition" heißt die Herbst-Ausstellung, die das Werk des Iren in Beziehung zu den alten Meistern und Künstlern des 20. Jahrhunderts setzen will (15.10. - 18.1.04). Im Rahmen der Schau zeigt das KHM rund fünfzig Werke Bacons (1909-1992), und vierzig Bilder anderer Künstler, darunter Velazquez, Rembrandt, Tizian, Ingres, Degas, Schiele, Van Gogh, Giacometti und Picasso. Das Ausstellungsplakat ziert Bacons "red cardinal". Zu sehen sind auch Filme von Eisenstein und Bunuel sowie Fotos und Skizzen, die Bacon als Inspirationsquelle für seine Ölbilder dienten. Zu den Hauptwerken der Ausstellung gehört das Triptychon "Three Studies for a Crucifixion" von 1962 aus dem New Yorker Guggenheim Museum, das schon seit vielen Jahren nicht mehr außerhalb der USA gezeigt wurde. Im zum KHM-Imperium gehörenden Österreichischen Theatermuseum zeigt die Schau "No-Theater. Kostüme und Masken" (19.11.- 4.1.04) eine Vielzahl kostbarer Seiden- und Brokatkostüme aus der Sammlung Yamaguchi Noh Costume Research Center, ergänzt durch Masken, Musikinstrumente und Videos. Das No-Theater entstand im 14. Jahrhundert und führte im Gegensatz zum volkstümlichen Kabuki in die Welt des japanischen Hofes. Jede Bewegung ist ritualisiert, und das Spiel ist eine Kunst, die über Generationen hinweg weiter gegeben wird. Dem Theater verbunden war auch die Wiener Ikone Helmut Qualtinger, dem das Historische Museum die Schau "Quasi ein Genie" widmet (2. 10. - 6.1.04). Qualtinger (1928-1986), die "grantige Instanz" bzw. der "Pessimist ohne Pathos", wäre in diesem Herbst 75 Jahre alt geworden. Die Retrospektive zeigt Film- und Tondokumente, Fotoserien von Barbara Pflaum und Franz Hubmann sowie Materialien aus dem Qualtinger-Nachlass. Das MAK widmet dem zu den umstrittensten österreichischen Künstlern gehörenden Aktionisten Otto Muehl eine Retrospektive (26.11. - 29.2.04). Die Ausstellung "Das Leben ist ein Kunstwerk" im MAK präsentiert anhand von Malerei, Fotos, Videos und Filmen einen Überblick über das künstlerische Werk Muehls, das untrennbar mit der Entstehung und Entwicklung der Kommune Friedrichshof verknüpft ist. Ein weiterer Aktionist wird in der Sammlung Essl in Klosterneuburg gewürdigt: Die Schau "Hermann Nitsch. Werke aus der Sammlung Essl 1960 - 2000" (17.10.-11.1.04), bei der rund 180 Arbeiten zu sehen sind, spannt aus Anlass des 65. Geburtstags des Künstlers (29.8.) einen Bogen von frühen Werken bis zu jüngsten Installationen. Mit einer Großausstellung begeht das Kunsthaus Wien den 75. Geburtstag von Arik Brauer (4.1. 04): "Arik Brauer - Schiess' nicht auf die Blaue Blume....!" heißt die umfangreiche Werkschau (11.9. - 18.1. 04), in der neben Gemälden erstmals auch Skulpturen des vielseitigen Künstlers, Dichters und Musikers gezeigt werden. Den 100. Gründungstag der Wiener Werkstätte begeht das MAK mit der Ausstellung "Der Preis der Schönheit" (10.12.-7.3.04). Dem umfassenden Gestaltungsanspruch der Wiener Werkstätte (WW) entsprechend werden sämtliche von ihr bedienten Produktbereiche - von der Architektur über die Inneneinrichtung bis zu Stoffen, Mode, Geschirr und Postkarten - zur Darstellung kommen. Eine besondere Rolle nimmt erstmals auch das Archiv der WW ein, das im MAK beheimatet ist. Auch das Historische Museum der Stadt Wien widmet sich der ersten Wiener Designschmiede der Moderne: "Kreative Dichte - Die Wiener Werkstätte 1903 bis 1932" (11.9.-23.11.) zeigt Objekte aus dem hauseigenen Bestand von Josef Hoffmann, Koloman Moser, C.O. Czeschka, Dagobert Peche, Vally Wieselthier, Hilde Jesser und Marie Strauss-Likarz. Zeitgenössischer gibt man sich dagegen in der Kunsthalle Wien: Nachdem sich die Ausstellung "Sex in the City" im project space (5. - 27.9.) mit der "Transformation des Eros in Zeiten von Medien und Internet im hochrationalisierten, durchökonomisierten städtischen Umfeld" (Pressetext) beschäftigt hat, widmet sich die Halle 1 im Museumsquartier unter dem Titel "Go, Johnny, Go!" Kunst und Mythos der E-Gitarre (24.10.-7.3.04). Kunstinteressierte werden aber in diesem Herbst mit Sicherheit auch eine Reise nach Graz einplanen müssen: Dort eröffnet am 26. September das Grazer Kunsthaus. "Einbildung - Das Wahrnehmen in der Kunst" heißt die von Peter Pakesch kuratierte erste Ausstellung (ab 24.10.) im "friendly alien" getauften neuen Gebäude. 2003-08-18 09:18:42 |