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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst | Ars Electronica 2004 
18. August 2004
19:53 MESZ
Viele Generationen von Preisträgern
Ausstellungen zeigen neue und historische Projekte von Prix-Gewinnern

Linz - Auch die Ausstellungen bewegen sich in ihrer Gesamtheit zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Vor allem die zum Prix Ars Electronica. Mit der neuen Kategorie "Digital Communities" des Prix Ars Electronica wird versucht, die Vision einer Informationsgesellschaft für alle zu ermöglichen, die aber auch die Schattenseiten dieser Entwicklungen zeigen soll.

Ausgezeichnet wurden Projekte, die sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des Internets ebenso auseinander setzen wie mit den neuesten Entwicklungen im Bereich der mobilen Kommunikation. Die Preisverleihung fand ja schon im Juni als Auftakt der Global Compact Conference der UNO in New York statt.

Die preisgekrönten Arbeiten sind nun im Rahmen der Schau CyberArts 2004 zu sehen. Listening Post von Mark Hansen, Ben Rubin (Goldene Nica Interactive Art) etwa ist eine Installation, bei der Nachrichten aus dem Web (in Chatrooms, Boards oder Foren) gescannt werden und die globale Kommunikation zu einer fassbaren Realität werden lassen. Banlieue du Vide von Thomas Körner (Goldene Nica Digital Musics) wiederum zeigt 3000 Bilder aus Überwachungskamers, die schneebedeckte leere Straßen zeigen.

Motorisierte Aquarien

Die Installation Augmented Fish Reality von Ken Rinaldo (Prix Ars Electronica, Award of Distinction Interactive Art) wird durch Fische und deren Schwimmbewegungen gesteuert. Siamesische Kampffische sind bekannt für ihren ausgeprägten Sehsinn, sie nehmen auch über größere Distanzen untereinander visuellen Kontakt auf. Mit ihren Schwimmstößen bewegen sie über Infrarotsensoren ihre motorisierten Aquarien. Eine ungewöhnliche Verdeutlichung von Kommunikationsbewegungen. Die Schau Digital Avant-Garde/Prix Sélection im Lentos wiederum bietet eine Auswahl von Arbeiten internationaler Künstler, die seit 1990 - dem Jahr, in dem "Interaktive Kunst" als Kategorie für den Prix eingeführt wurde - einen Preis erhalten haben. Mit der zunehmenden Präsenz digitaler Kunst in Ausstellungen und Museen weltweit bietet die Schau die Möglichkeit, Werke zu sehen, die die verschiedenen Positionen von "interaktiver" Kunst beleuchten. Die Ausstellung zeigt eine beschränkte Auswahl an in ihrer ursprünglichen Form wieder inszenierten Installationen. Für einige der Projekte wurde sogar die originale Hard- und Software rekonstruiert.

Sie sind gleichzeitig so etwas wie ein Spiegelbild der Veränderungen unserer Kultur, die ständigen Upgrades unterworfen ist. Zu sehen sind Klassiker wie etwa The Legible City von Jeffrey Shaw aus dem Jahr 1991, wo man auf einem Fahrrad durch eine simulierte Repräsentation einer Stadt, die aus computergenerierten Buchstaben besteht, radeln kann. Zu sehen ist auch die Arbeit Americas Finest von Lynn Hershmann (aus den Jahren 1989 bis 1993) oder Interactive Plant Growing von Christa Sommerer und Laurent Mignonneau.

Während sich Digital Avant-Garde und Cyber-Arts der Vergangenheit und Gegenwart widmen, bietet die Campus-Schau einen Ausblick auf die Zukunft. IAMAS - eine renommierte japanische Ausbildungsstätte auf dem Gebiet der Medienkunst und Technologie in Ogaki/Gifu - zeigt am Campus der Linzer Kunstuniversität eine Werkschau seiner Studenten.

Die Schule verfolgt ein interdisziplinäres Ausbildungskonzept, von Netzwerkdesign, computergeneriertem Design, Animation, Informations- und Interface-Design über interaktive Medienkunst bis zu Medienästhetik. Ein Blick auf die Zukunft der Medienkunstproduktion. (fn / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19. 8. 2004)


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