
Wien - Der Wiener Aktionskünstler Hermann Nitsch erhält den mit 30.000 Euro dotierten Großen Österreichischen Staatspreis 2005, teilte Kunststaatssekretär Morak am Mittwoch mit. Der 67-jährige Nitsch sei "eine zentrale Figur österreichischen zeitgenössischen Kunstschaffens, der in seinem Werk grundlegende Fragen des Menschseins thematisiert", so Morak.
Der Große Österreichische Staatspreis ist die höchstrangige Auszeichnung, die von der Republik Österreich einmal jährlich einem Künstler für hervorragende Leistungen verliehen wird. Er wurde 1950 vom damaligen Unterrichtsminister Felix Hurdes geschaffen und wird auf Vorschlag des Österreichischen Kunstsenats ohne festgelegtes Rotationsprinzip innerhalb der Sparten Literatur, Musik, bildende Kunst und Architektur für ein künstlerisches Lebenswerk vergeben.
Stationen des Wiener Aktionismus
Hermann Nitsch, am 29. August 1938 in Wien geboren, besuchte von 1953 bis 1958 die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und beschäftigte sich bereits in seinen ersten malerischen Arbeiten mit religiösen Themen. Seit 1957 verfolgt der Künstler konsequent die seine gesamte Arbeit bestimmende Idee eines als Gesamtkunstwerk konzipierten Daseinsfestes, des Orgien-Mysterien Theaters (O.M. Theater).
Nitschs Malaktionen und Aktionen ab Beginn der sechziger Jahre markieren wesentliche Stationen des Wiener Aktionismus. Den internationalen Durchbruch brachte 1966 eine Einladung für Nitsch, Günter Brus und Otto Mühl nach London zum "Destruction in Art Symposion", szenischer Höhepunkt seines bisherigen Schaffens war die Realisierung eines 6-Tage-Spiels im Barockschloss Prinzendorf. Am 19. November gestaltet Nitsch im Wiener Burgtheater eine weitere Aktion seines Orgien Mysterien Theaters. (APA)