| Salzburger Nachrichten am 30. November 2001 - Bereich: kultur
GALERIEN-BLICK Sammlung Essl
GALERIEN-BLICK
Sammlung Essl
Fabrizio Plessi liebt das Wort Videokünstler nicht. Tatsächlich
macht er ja seit vielen Jahren Skulpturen, die Monitore mit einem
Videoprogramm enthalten, welches nur im Zusammenhang mit dem
entsprechenden Ambiente Sinn macht. Sehr häufig geht es um Feuer und
Wasser, die Naturgewalt ist jedoch hinter Glas gebannt, läuft virtuell:
bloß als Zeichen für Feuer oder Wasser. Die Skulpturen wirken massiv in
ihrer Materialität und sind oft mit Gebrauchsgegenständen versehen. Dabei
werden gerne Erwartungshaltungen umgekehrt. So steckten etwa Schaufeln im
Monitor. Oder es verbrennt, wie bei seiner aktuellen Werkgruppe in der
Klosterneuburger Sammlung Essl, das Feuer nicht die Baumstämme, sondern es
fließt darin wie Blut. Das "Feuer" im Baumstamm wirkt wie eine Urkraft.
Den Monitor spannt der Künstler in einen Zusammenhang von
gebräuchlichen Lebensmustern: Das "Wasserrad" nahm er wörtlich, als
Sinnbild für Zeit und Leben und Überleben, denn das Wasser kann nicht
verloren gehen, nicht davonfließen, wenn es als Video läuft. Die
gewaltigen Ausmaße und die ansprechende Ästhetik seiner Objekte kamen
stets gut an und haben Plessi auch etliche Aufträ-ge für öffentliche Räume
gebracht. Plessis Kunst ist emotional, die meisten Betrachter fühlen sich
dadurch spontan und direkt angesprochen.
Ein wesentlicher Grund für die hohe Akzeptanz dieser Werke mag auch
darin liegen, dass Plessis Installationen immer ein Gesamtkunstwerk mit
dem sie umgebenden Ort der Präsentation ergeben. JANA WISNIEWSKI
Sammlung Essl, Klosterneuburg, bis 17. 2. 2002.
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