Bregenz
(VN) Nachdem die Segmente im vergangenen Jahr bekanntlich
verschoben werden mussten, stellten der künstlerische Leiter Hubert
Matt und drei der vier Tutorinnen der Sommerakademie Segmente 2002
in Hohenems sich, ihre Arbeiten und ihr Programm vor. Damit ging der
Veranstalter Kulturkreis Hohenems einen neuen Weg, der mithelfen
soll, eine gewisse Schwellenangst gar nicht erst aufkommen zu
lassen. Das künstlerische Arbeiten in "Ateliers vor Ort", was das
Prinzip des neuen Konzepts darstellt, wurde als Grundstimmung in
diesem Ambiente - zwischen heimeliger Stube und Rastplatz - voll
spürbar: eine Spannung, die persönliche Erweiterung in der
künstlerischen Aktivität verspricht.
Ulrike Lienbacher aus Salzburg wird ab dem 10. Juli 2002 in ihrem
Kurs "OberFlächenRaum" auch und vor allem die Möglichkeiten der
Firma Collini nutzen, um zur Thematik des Seriellen, von Oberflächen
und Veredelungen, denen eigentlich immer auch Verletzungen
vorausgehen, gemeinsam mit den Teilnehmer(inne)n zu arbeiten.
"Wie funktioniert eigentlich eine Autobahn-Station?", diese Frage
stellte Werner Reiterer gleich zu Beginn seiner Vorstellung und
zeigte damit seinen Ansatz zur Arbeit in seinem "Atelier vor Ort":
Seine Beschäftigung mit der Kunst im öffentlichen Raum nimmt immer
die inhaltliche Komponente des Orts, eines Gebäudes mit herein.
"Lokalmatador" Bechtold
Gottfried Bechtold, sozusagen als der "Lokalmatador" am
besten mit den Örtlichkeiten vertraut, hat sich den Steinbruch und
den Flugplatz ausgewählt, um hier mit den Student(inn)en zu Fragen
wie: "Was macht einen Wert aus?", was in der umgangssprachlichen
Formulierung "Was wiegt's, das hat's" heißt zu arbeiten. Die Schwere
der Steine oder die Leichtigkeit des Flug-Sands (!), die Grundfrage
des Fliegens: "Leichter oder schwerer als Luft?" z. B. sollen sich
in diesem Kurs künstlerisch produktiv behandelt und vor allem
spannend manifestieren. Der Kurs von Thomas Feuerstein wird sich
verstärkt mit Medien, ihrer Präsenz und ihrer Auswirkung in unserem
alltäglichen Leben beschäftigen.