Salzburger Nachrichten am 1. Jänner 2006 - Bereich:
Schau im Jüdischen Museum Hohenems neu gestaltet

Erfolgreich verlief das Jahr 2005 für das Jüdische Museum in Hohenems. Rund 10.000 Menschen haben die Ausstellungen und Veranstaltungen besucht. 2006 liege der Schwerpunkt auf der Neugestaltung der Dauerschau, sagte Museumsdirektor Hanno Loewy auf Anfrage der APA.

In der Dauerausstellung werden das Ende der Jüdischen Gemeinde Hohenems im 20. Jahrhundert und die unterschiedlichen Schicksale der Gemeindemitglieder dokumentiert. "In den 15 Jahren seit der Eröffnung hat das Jüdische Museum von verschiedenen Seiten, vor allem aber von Nachkommen Jüdischer Familien aus aller Welt neue Objekte, Dokumente und Informationen erhalten, die das bisherige Bild, das in der Ausstellung vermittelt wird vervollständigen und um wertvolle Informationen zu einzelnen Personen und Familien bereichern," erläuterte Loewy im Gespräch mit der APA.

"Es ist möglich geworden, die jüdische Regionalgeschichte wesentlich detailreicher, farbiger und lebendiger zu erzählen," sagte Loewy. Insbesondere die bisher vermittelten Inhalte - Antisemitismus, NS-Zeit, Flucht, Nachkriegsgeschichte - sollen stärker in den Mittelpunkt gestellt und mit neuen Erzählungen zu einzelnen Personen ergänzt werden. 2007 soll die von Kurator Hannes Sulzenbacher neu gestaltete Dauerausstellung eröffnet werden.

Im vergangenen Jahr hat das Jüdische Museum Hohenems die Ausstellungstätigkeit unter das Generalthema "Sammler, Dinge, Obsessionen" gestellt. Vier Ausstellungen wurden gezeigt, drei davon waren Eigenproduktionen. Die Schau "Bartholomäus Schnell - Pionier des Buchdrucks in Vorarlberg" wurde von der Vorarlberger Landesbibliothek gestaltet. Großen Anklang fand die Ausstellung "Jüdischer Kitsch": 750 Besucher kamen allein in der "langen Nacht der Museen. Die Schau "Antijüdischer Nippes, populäre Judenbilder und aktuelle Verschwörungstheorien" ist um drei Monate bis 28. Mai 2006 verlängert worden.