| Salzburger Nachrichten am 4. März 2006 - Bereich: Kultur
Französische Affairen im Museum Absage der
Husslein-Ausstellung im Museum der Moderne schlägt Wellen
SALZBURG (SN-eStro). Der Bericht über die kurzfristige Absage der von
Agnes Husslein für April 2006 geplanten Ausstellung "Affaires Modernes" im
Museum der Moderne auf dem Mönchsberg in den SN vom Freitag rief auch
Betroffene auf den Plan wie den Kokurator Matthias Boeckl. Der Professor
an der Universität für angewandte Kunst in Wien sieht durch diese Maßnahme
des Husslein-Nachfolgers Toni Stooss die "Institution beschädigt". Boeckl
vermutet, dass es jetzt "Rechnungen hageln werde", von Speditionen bis hin
zur Druckerei, denn auch der Ausstellungs-katalog sei praktisch fertig.
Bis zu 50.000 Euro würde ein derartiger Katalog kosten. Toni Stooss, der Direktor des Museums der Moderne, der die Ausstellung
nach Beschluss des Aufsichtsrates "verschoben" hatte, sah dies als
"Notbremse". Es hätte sich herausgestellt, so Stoos zu den SN, dass es
unmöglich wäre, in Salzburg zwei Ausstellungen von solchem Kaliber -
Hussleins "Affairs Modernes" und "Les grands spectacles II", sein eigenes
Projekt - zu verwirklichen. Es wäre zu spät gewesen, Sponsorgelder zu
lukrieren. Da zollt Stooss seiner Vorgängerin Respekt, das
"Gesellschaftsleben" sei ihre Stärke gewesen, die von ihr lukrierten
Gelder wären aber nicht in Ausstellungen geflossen. Kurator Matthias Boeckl wirft Stooss vor, das intelligente Konzept als
"Salonkunst für Wissenschafter" abgetan zu haben. Stooss gibt zu, die
Schau inhaltlich "nicht goutiert" zu haben und hält Boeckl für einen
"hochklugen Universitätsprofessor". Mittlerweile sei das Projekt auf 590
Leihgaben angewachsen, das wäre zwar als Material für ein Buch brauchbar,
aber weniger für eine Ausstellung geeignet. Boeckl bemerkte, dass die
Leihgeber verärgert wären, was Stooss so nicht sieht. Nur ein Einziger
habe sich negativ zur "Verschiebung" geäußert. |