Atelier-Besuch beim Maler und Bildhauer Matthias Lidy
Narben und Dynamik -der doppelte Glanz von Metall
Von Christine Dobretsberger
Dass Metall auch eine dynamische Seite besitzt, bringt der
burgenländische Künstler Matthias Lidy in seinen Skulpturen zum Ausdruck.
Eine sehr spontan wirkende Formensprache, deren Vokabular gleichzeitig den
Wunsch nach "Ewigkeit" attestiert. Denn wie Lidy gegenüber der "Wiener
Zeitung" betonte, ist der Wunsch "Werke für die Ewigkeit zu schaffen",
nicht zuletzt auch eine Frage des Materials. Während beispielsweise
Arbeiten aus Holz im Außenbereich unweigerlich witterungsbedingten
Veränderungen unterliegen, bleibt Edelstahl von Umwelteinflüssen
unbeeindruckt. Mit ein Grund, weshalb "Edelstahl und Messing" zu Lidys
Lieblingsmaterialien zählen. Aber auch Kupfer und Bronze weisen jene
Eigenschaften auf, die "ein Arbeiten mit Widerstand" zulassen.
Betrachtet man die wie spontan hingetupften, in sich verschlungenen
"metallenen Bänder", die zu ca. 80 cm großen Skulpturen geformt werden,
spiegelt sich folgendes Gegensatzpaar: Einerseits jener Kraftakt, der
seine Narben in Schweißnähten hinterlässt, andererseits die dynamische und
teilweise humorvolle "Außenoptik" der Skulptur. Eine Kombination, die
sich - in etwas abgeschwächter Form - auch in Matthias Lidys Malerei
findet. Im Gegensatz zu frühen (Aquarell)Arbeiten, dominieren nun
intensive Farben, die auch den expressiven Werkzyklus "Soulprints"
auszeichnen. Lidy: "Die Bilder heißen deshalb Soulprints, weil sie meiner
Meinung nach ein Abdruck von der Seele sind." Dementsprechend betont
emotional die Charakteristik der Bilder, die - wie Lidy hervorhob - "in
wellenförmigen Energieschüben" entstehen. Ein Blick ins Atelier des
seit 26 Jahren in Frauenkirchen lebenden Künstlers unterstrich diese
Arbeitsweise: Während man im oberen Stockwerk des Hauses unzählige Gemälde
aus den verschiedensten Werkphasen vorfindet, dient der Keller als
Skulpturen-Fundgrube. Exponate in den verschiedensten Größen, wobei auch
Sperrmüll künstlerisch "wiederverwertet" wurde. "Altes Eisen", dem Lidy
ein "neues Gesicht" verlieh und originell umgestaltete. Aber auch im
öffentlichen Raum (beispielsweise in Eisenstadt, bzw. in der Fußgängerzone
von Frauenkirchen) sind Lidys großformatige Bronzeskulpturen vertreten.
Die Gelegenheit, in Wien einen Auszug aus Lidys Werkschaffen zu sehen,
ist bis 6. April in der AKH-Galerie (Eingang Währinger Gürtel 18-20)
gegeben. Gezeigt werden Bilder aus der "Soulprints"-Serie, bzw.
Skulpturen, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind.
Erschienen am: 12.03.2003 |
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