Das
MAK zeigt die aufregenden Entwürfe und Bauten der Architektin Zaha
Hadid.
Bauwerke, die rotieren, tanzen,
explodieren! Zaha Hadid, 53, Irakerin, Architektin in London und
zurzeit Gastprofessorin an der Universität für angewandte Kunst in
Wien, verstößt gegen alle Regeln, die von der Antike bis ins 20.
Jahrhundert für Architektur galten: rechte Winkel,
senkrecht-waagrecht, einfache Geometrie, feste Perspektive. Indem
sie sich radikal über Regeln hinwegsetzt, kommt sie zu neuen
Ordnungen, die an Landschaften erinnern: an Grate, Schluchten,
Spalten oder Felstürme.
Eine große Ausstellung im Wiener
Museum für angewandte Kunst (MAK) bezeugt jetzt mit Modellen,
Plänen, Großfotos, Zeichnungen und Malereien das Visionäre der
Architektin und Stadtplanerin, ihre strikte und konsequente
Verweigerung gegenüber allem eindimensional Zweckorientierten. Zaha
Hadid schafft das Gegenteil von „Zweckbauten“, obwohl sie Zweck nie
negiert, sondern auf verblüffende Weise neu und erweitert
formuliert. „There are 360 degrees, so why stick to one“, lautet ihr
Credo.
Das ist für viele Bauherren schwer zu begreifen,
weshalb die bei Wettbewerben notorisch Erfolgreiche lange brauchte,
bis sie zu Aufträgen kam. Hadids Visionen, die sie auch in
Bühnenbildern und Kostümen und im Stage-Design für eine Tournee der
Popgruppe Pet Shop Boys realisierte, werden im Zentrum der
MAK-Ausstellung auf den Punkt gebracht. „Ice-Storm“ heißt die 300
Quadratmeter große Rauminstallation, eine fantastische Welt der
Formen und Farben, die den Besucher zum Er- und Beleben einlädt.