| Macht und Alltag | |
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Tony Ourslers bedrohliche Videoskulpturen und Zeichnungen in der Galerie Steinek. |
Wer jemals in der Sammlung Essl in
Klosterneuburg war, kennt sie. Sieht man sie, so vergisst man sie nie
wieder. In einem abgedunkelten Raum schweben zwei puppenähnliche Figuren,
die in altmodischen Kleidern stecken und große Stoffballen als Köpfe
tragen. Mittels Videomonitore werden Gesichter auf die Ballen geworfen und
eine Tonspur gibt die schrille Konversation der beiden wieder. Man ist
fasziniert und angewidert von diesem grausigen Abklatsch des Menschlichen.
Die Dialoge wirken wie Vorwürfe und Anklagen eines zänkischen
Ehepaars. Galerie Steinek Nun stellt die Galerie Steinek Videoarbeiten und Zeichnungen, des 1957
in New York geborenen Künstlers Tony Ourslers aus. Oursler war mit seiner
Installation "The Watching" auf der documenta IX von Jan Hoet vertreten
und wird in der Kunstwelt als herausragende Größe geschätzt. Soundskript Meist schreibt er die Dialoge seiner Figuren neben laufenden Radio-
oder Fernsehapparaten wobei sie ihm meist bloß als Inspirationsquellen für
eigene Textstellen dienen. Aus Tonfetzen bastelt er emotionsgeladene
Skripte, die er dann von seiner Assistentin Tracy lesen lässt. Plunder Auf der Suche nach einer Herstellung einer Figur, die das abgründige
Menschliche darstellen sollte, durchstöberte er Altwarenläden, wo er
Anzüge kaufte und sie auf hunderte Arten versuchte zu verändern. Es ging
ihm um die Erforschung der Möglichkeit von Anzug zur menschlichen Gestalt
zu kommen. So bastelte er in Frankensteinscher Manier an seinen Dummies.
Mit Köpfen wirkten die Gestalten zu statisch. Es ging Oursler aber um
Ausdruck und so ließ er anfänglich die Köpfe weg. Überwacht In London in der Lisson Gallery stellte er 1996 Arbeiten zum Thema
Überwachung aus. Die kopflosen Figuren standen in der Galerie und eine
hatte eine Linse, die aus ihrem Hosenschlitz herauslugte, eine Andere war
über eine Monitor gestülpt, der ein geschlossenes System mit Kamera war.
Es ging wie so oft in Ourslers Arbeiten um Machkonstellationen. Eine Figur
beobachtet und verfügt über die Kamera, die andere sah sich selbst auf den
Bildschirm. Die Verbindung zwischen den beiden Figuren bestand in der
Überwachung und Übertragung. Zeichnungen Seit den frühen siebziger Jahren ist auch die Zeichnung in Ourslers
Oeuvre immer eine diskrete, aber essentielle und spontane Ausdrucksform
geblieben. Link: Galerie
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