Salzburger Nachrichten am 4. März 2006 - Bereich: Kultur
Die Stadt für Kunst öffnen

"Kontracom06": Organisatoren gaben Details zum Festival bekannt

SALZBURG (SN). Mit einer detaillierten Vorstellung des Projektes "Kontracom06" reagierten die Organisatoren des Salzburger "Festivals für zeitgenössische Kunst im Mozartjahr 2006" am Freitag auf die medialen Debatten der vergangenen Wochen. Um die Diskussionen, die etwa um Paola Pivis Hubschrauberprojekt auf dem Mozartplatz geführt wurden, "von einer polemischen zurück auf eine sachliche Ebene zu führen", wurden Zielsetzungen und Projektstand des Festivals in einer Aussendung dargelegt.

Von 12. Mai bis 16. Juli 2006 soll das Festival "rund zwei Monate lang zeitgenössisches Kunstschaffen in den verschiedenen Ausdrucksformen - von Musik und Performance über bildende Kunst und Installation bis hin zu Medienkunst - im öffentlichen Raum der Altstadt Salzburgs präsentieren", heißt es in der Aussendung. Nach dem Mozartjahr als "Startpunkt für dieses neue Festival" soll "Kontracom" alle zwei Jahre mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Kuratoren stattfinden.

Auf der Grundlage des 2001 entwickelten Kulturleitbildes für Salzburg, das die verstärkte Förderung zeitgenössischer Kunst ins Zentrum rückte, solle das von Stadt, Land und Altstadt-Marketing unterstützte, heuer von Max Hollein und Tomas Zierhofer-Kin kuratierte Festival "ein fortwährendes Highlight im Kulturkalender der Stadt Salzburg werden" und vor allem eine "neue, junge und kunstinteressierte Zielgruppe" ansprechen.

Erneut betont wurde in der Aussendung, dass der von Kurator Max Hollein gestaltete Teil des Programms "ausdrücklich eine temporäre Auseinandersetzung mit dem Stadtraum" vorsieht. "Die Künstler und Künstlerinnen haben sich ihre Installationsorte bewusst ausgewählt, ihre Arbeiten entstehen speziell für diese Plätze für den Festival-Zeitraum." So sollen Installationen am Eingang zum Mirabellgarten (Hans Schabus), an der Rathausturmuhr (Markus Schinwald), auf dem Hanuschplatz (Michael Elmgreen, Ingar Dragset), im Sigmundstor (Jonathan Meese) oder in der Fußgängerunterführung unter der Staatsbrücke (Christoph Büchel) neue Perspektiven auf die Stadt ermöglichen. Auch Paola Pivis Hubschrauber-Werk bleibe "in unmittelbarer Umgebung des Mozartdenkmals vorgesehen". Für den musikalischen Teil sind etwa Performances der Elektroniker Pomassl, Funkstörung und Radian geplant.

Als neuer Sponsor für das Festival (Budget: 1,35 Mill. Euro) wurde Trumer Pils vorgestellt.