7. März 2007

Ibk: Die Jury für Kunstankäufe liegt auf Eis

Kulturlandesrat Erwin Koler hat sich noch nicht entschieden, wer bei der Kunstsammlung des Landes künftig das Sagen hat.

Artikeltext: Als "Zeichen der Offenheit" hat 2001 der damalige Kulturlandesrat Günther Platter eine unabhängige Jury für die Kunstankäufe des Landes installiert. Eine herzeigbare Landessammlung sollte auf diese Weise entstehen, die die diversen Facetten der wichtigsten zeitgenössischen Positionen sowie ihrer internationalen Berührungspunkte und Vernetzungen reflektieren sollte.

Die Einsetzung dieser Jury, die im Zweijahrestakt wechseln sollte, wurde damals nicht zuletzt deshalb von der kritischen Kunstöffentlichkeit als Meilenstein empfunden, nachdem davor durch Jahrzehnte die Kunsteinkäufe allein von einer Kulturbeamtin des Landes getätigt und somit von ihrem subjektiven Kunstgeschmack geprägt wurde.

Unabhängige Juroren

International renommierte Ausstellungsmacher wie die Südtirolerin Marion Piffer Damiani, der Wiener Thomas Trummer, die in Deutschland umtriebigen Kuratoren Kathrin Rhomberg oder Veit Loers und der Kustos für die Moderne Sammlung am Tiroler Landesmuseum Günther Dankl - der als Insider der lokalen Szene nicht ausgewechselt werden sollte - gehörten diesen Jurys an.

Um 160.000 Euro jährlich konnten sie Kunst einkaufen, wodurch zentrale Arbeiten, u.?a. der Tiroler Heinz Gappmayr, Martin Gostner, Lois Weinberger und Ernst Caramelle, aber auch von Franz West und Heimo Zobernig in die Tiroler Landessammlung kamen.

Bestellung überfällig

Vor rund einem Jahr hat nun Erwin Koler Elisabeth Zanon als Kulturlandesrat beerbt. Er müsste längst neue Juroren für die Kunstankäufe nominieren, er tut dies aber nicht. Entsprechende Kandidaten hätten sie dem Landesrat vorgeschlagen, so Dankl, geschehen ist bis heute nichts.

Wie aus dem Büro des Kulturlandesrats zu erfahren ist, hat sich Erwin Koler noch nicht entschieden, ob die Jury nachbesetzt werden soll, oder ob die Kunstankäufe des Landes künftig von der Tiroler Landesmuseen-Betriebsgesellschaft getätigt werden.

Ihr Geschäftsführer, Wolfgang Meighörner, ist der Ansicht, dass er und seine Mannschaft durchaus die Kompetenz hätten, diese Ankäufe zu tätigen. Wüssten sie doch am besten, wo die Lücken der vom Landesmuseum verwalteten Sammlung lägen. Dass Meighörner diese Variante am liebsten wäre, liegt auf der Hand, hat die Landesmuseen-Betriebsgesellschaft doch kein eigenes Budget für Ankäufe.<
Autor: Von E. Schlocker
Quelle: TT
 
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