| Salzburger Nachrichten am 1. September 2005 - Bereich: kultur
Ausstellung
Als eine der letzten Festspielausstellungen in diesem Sommer zeigt der Galerist Mario
Mauroner Beispiele aus Dennis Oppenheims überbordender Welt an den beiden
Salzburger Standorten in der Residenz und am Ignaz-Rieder-Kai 9 (bis 16.
9.). 1938 geboren und ein Künstler, der zu den Ikonen der US-Kunst gehört,
ist Oppenheim ein Pionier der Land Art wie der Body Art und ein Vertreter
der Konzeptkunst. In Film- und Videoarbeiten hat er seine unbeständige,
vergängliche Kunst dokumentiert. Seit den späten 70er Jahren ging er dazu
über, gigantische Maschineninstallationen und große Skulpturen im
öffentlichen Raum zu schaffen. In seinen frühen Arbeiten konzentrierte
sich Oppenheim auf spektakuläre Performances, in denen er sich
hauptsächlich mit menschlicher und animalischer Körperlichkeit
beschäftigte. Alltagsgegenstände werden assoziationsreich in Installationen und Skulpturen mit
architektonischen Elementen in Verbindung gebracht und erhalten dadurch
symbolhafte Wirkung. Sockel, Plattformen, Kuben, Bühnen wachsen zu einem
"Kulturraum" zusammen, in dem "Belebtes" - ein Fisch, ein halbes Pferd,
bunt eingefärbt aus billigem Plastik - seinen Standort bezieht, wie in
"Study for a Stage Design". In Österreich wurde 1997 in Leoben Oppenheims
"Engagement" (Verpflichtung) verwirklicht: Eine Platzgestaltung, bestehend
aus zwei Diamantringen, die zueinander geneigt sind. Mit den Ringen
symbolisiert Oppenheim die eheliche Verbindung, mit den Häusern das Heim
und die Familie: Verbindung erfordert Annäherung und Abgleichung. GUDRUN WEINZIERL |