Salzburger Nachrichten am 07. Jänner 2003 - Bereich: kultur
KULTURNOTIZEN

KULTURNOTIZEN

Fotohof

Als Ergebnis von Reisen nach Sibirien und in die Ukraine stellen Andreas Horvath und Reiner Riedler in der Salzburger Galerie Fotohof reportageartige Zyklen vor, in denen sie Facetten russischer Lebenswelten dokumentieren. Horvath setzt in seinen schwarzweißen Fotografien Menschen ins Bild, die von den Lebensbedingungen geprägt sind. Er schildert ihre wirtschaftliche Situation und ihre Verbundenheit mit der Natur. Seine Eindrücke von Jakutien, dem "Sibirien von Sibirien" sind auch in einem im Benteli Verlag erschienenen Buch zusammengefasst. Reiner Riedlers Farbbilder sind das Resultat von Aufenthalten in der Ukraine und als Bildband im Verlag Otto Müller aufgelegt. In spontanen Momentaufnahmen fasst er vielfältige Aspekte zwischen Kaukasus und Krim in einem Bilderreigen zusammen. Auch hier stehen die Bewohner mit ihren Lebensgewohnheiten, den alltäglichen Verrichtungen ebenso wie festlichen Anlässen, im Mittelpunkt. Auf soliden handwerklichen Grundlagen liefern beide in fotojournalistischer Tradition reiches Anschauungsmaterial über Länder und Menschen (bis 25. Jänner). WOLFGANG RICHTER

Unesco

Das Kinderhilfswerk UNICEF darf nach einem Urteil des Landgerichts Konstanz über die mehrere hundert Millionen Euro wertvolle Kunstsammlung des Stuttgarter Kunstsammlers und Arztes Gustav Rau verfügen. Er war schwer krank vor einem Jahr fast 80-jährig gestorben. Demnach hob das Gericht die Nachlasspflegschaft für die knapp 750 Kunstwerke auf. Die Richter sähen es als erwiesen an, dass Rau geschäftsfähig gewesen sei, als er 1999 sein letztes Testament unterschrieben habe. Rau hatte seine Privatsammlung im Jahr 1997 zunächst der Crelona-Stiftung in Liechtenstein und der mit ihr verbundenen "Stiftung Rau für die Dritte Welt" in der Schweiz versprochen, später aber die UNICEF als Erben eingesetzt.