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Maria Lassnig mit dem Max-Beckmann-Preis 2004 geehrt

Kärntner Künstlerin erhält mit 50.000 Euro dotierte deutschte Auszeichnung.

Frankfurt/Main (APA) - Der mit 50.000 Euro dotierte Max-Beckmann-Preis 2004 der Stadt Frankfurt geht an die Österreicherin Maria Lassnig. Die in Kärnten geborene Künstlerin habe einen außergewöhnlichen Beitrag zur zeitgenössischen Malerei geleistet, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Mit dem alle drei Jahre vergebenen Preis werden hervorragende Leistungen in Malerei, Grafik, Bildhauerei oder Architektur gewürdigt.

Maria Lassnig wurde am 8. September 1919 im kärntnerischen Kappel am Krappfeld geboren. 1941 wurde sie an der Wiener Akademie der bildenden Künste in die Meisterklasse Wilhelm Dachauer aufgenommen, die sie 1943 verlassen musste, weil ihre Bilder als "entartet" bezeichnet wurden. Ihr Studium schloss sie dann bei Ferdinand Andri und Herbert Boeckl ab. Die erste Einzelausstellung folgte 1948 in Klagenfurt.

1951 übersiedelte sie nach Wien. Dort gehörte sie mit Rainer, Mikl, Hollegha und Prachensky zum Kreis um Monsignore Otto Mauer, den kunstinteressierten Geistlichen und Gründer der Galerie nächst St. Stephan.
Bei mehreren Paris-Aufenthalten lernte die Künstlerin u.a. den Surrealisten Andre Breton kennen, ließ sich von der "ecriture automatique" und dem Tachismus beeinflussen. 1968 übersiedelte sie nach New York, wo sie sich nicht nur mit Malerei, sondern auch erstmals mit Zeichentrickfilmen beschäftigte. 1980 kehrte sie nach Wien zurück, wo sie als erste Malerin im deutschsprachigen Raum eine Akademie-Professur - an der Hochschule für angewandte Kunst - übernahm. Im selben Jahr vertrat sie - zusammen mit Valie Export - ihre Heimat bei der Biennale in Venedig.

1982 und 1997 folgten Einladungen zur documenta nach Kassel. Mit ihrem autobiografischen Animationsfilm "Kantate" nahm sie 1993 bei den Berliner Filmfestspielen für Österreich teil. Als erste bildende Künstlerin erhielt Lassnig 1988 den Großen Österreichischen Staatspreis. 1998 wurde sie mit dem Oskar Kokoschka-Preis ausgezeichnet.

Der Max-Beckmann-Preis ist seit 1978 insgesamt acht Mal vergeben worden. Beckmann arbeitete von 1925 bis 1933 als Künstler und Lehrer an der Frankfurter Städel-Schule. Die Nationalsozialisten zwangen ihn 1933 zur Aufgabe des Lehrstuhls. Beckmann ging ins Exil nach Amsterdam und später nach New York, wo er 1950 starb.
2003-11-12 18:35:38