Salzburger Nachrichten am 25. Oktober 2005 - Bereich: Kultur
Karajan Centrum verbindet sich stärker mit Salzburg

Geschäftsführer Michael Dewitte will einzelne Aspekte der Arbeit effektiver vernetzen

SALZBURG, WIEN (SN). Das seit zehn Jahren bestehende Karajan Centrum am Wiener Kärntner Ring hat, wie kurz berichtet, einen Besitzerwechsel vollzogen. Die Firma Telemondial hat ihre Anteile an Karajans Witwe, Eliette von Karajan, weitergegeben. Michael Dewitte, der Geschäftsführer der Osterfestspiele Salzburg, der nun auch die Geschäfte des Centrums führen wird, sagte am Montag den SN, nun müsse man sich die Frage stellen, wie es mit dem Karajan Centrum weitergehen könne. Es habe in den zehn Jahren seit Gründung "sehr erfolgreiche Projekte vorangebracht". Insbesondere die Jugendarbeit sei beispielgebend. Einzigartig sei zudem das wertvolle Archiv.

Für die Zukunft komme ein drittes Projekt hinzu: das Jubiläum zum 100. Geburtstag Karajans, 2008. Das werde man, so Dewitte, sicherlich nicht nur "mit einem Feuerwerk" feiern. Gerade im Hinblick auf die Jugendarbeit denkt Dewitte an eine Vernetzung mit den umfangreichen Jugendaktivitäten für die Osterfestspiele und Projekte, die zwischen Berlin (wo Sir Simon Rattle diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit widmet), Salzburg und Wien koordiniert werden können. Wichtige Akzente sollen an Karajans Wirkungsstätten - Salzburg, Wien, Berlin, Luzern, aber auch Tokio - gesetzt werden, sagte Dewitte.

An eine Aufgabe des Standortes Wien sei derzeit nicht gedacht. Gleichwohl werde in Salzburg "eine Dachorganisation" entstehen, von wo aus die Geschäfte geführt würden. Es sollten, so Dewitte, "mehr Mittel in Salzburg eingesetzt werden". Man wolle Wien und Salzburg "aktiv verbinden".

Vom Karajan Centrum in Wien war am Montag zu erfahren, dass die Kündigungen aller Mitarbeiter mit Ende September 2005 ausgesprochen worden seien. Es gebe aber Gespräche. Der Mietvertrag für die Räume am Kärntner Ring laufe bis 2008.