Salzburger Nachrichten am 18. November 2005 - Bereich: Kultur
KUNST

Herbert Batliner,

Steuerberater, Mäzen, Salzburg-Freund und Kunstsammler aus Liechtenstein, will seine Kunstsammlung aus Salzburg abziehen. Das teilte er in einem Brief an die "Salzburger Nachrichten" mit. Er bezieht sich dabei auf den SN-Beitrag vom 10. 10. über die Lange Nacht der Museen, durch den er sich beleidigt fühlte.

In diesem Bericht

wurde ohne jedes Werturteil über die Qualität der ausgestellten Werke vermerkt, dass sich das Museum damals im Umbau zwischen zwei Ausstellungen befand. Deswegen waren auf drei Stockwerken nur der Batliner-Saal und eine Präsentation von Manfred Erjautz zu sehen. Ansonsten war das Museum, das die zweithöchste Besucherfrequenz der Langen Nacht hatte, leer. Das empfanden viele Besucher als "Nepp".

Batliner bezog

das Wort "Nepp" auf seine Sammlung. Deswegen will er dem Museum der Moderne keine weiteren Leihgaben zur Verfügung stellen. Er werde für die Ausstellung mit russischer Avantgarde (Jänner bis Juli 2006) für den Batliner-Raum nochmals Bilder verleihen. "Anschliessend werde ich dem Museum in Salzburg keine weiteren Exponate meiner Sammlung mehr leihweise überlassen."

Die Sammlung

besteht aus rund 300 Werken der Klassischen Moderne, darunter Arbeiten von Picasso, Monet, Nolde, Kokoschka, Matisse, Chagall, Cezanne und Giacometti. 20 Werke befinden sich permanent in Salzburg. Alle sechs Monate werden sie durch andere Bilder aus der Batliner-Sammlung ersetzt. Dafür hat das Museum einen eigenen Raum eingerichtet. Derzeitige Präsentation: "Spiele des Lichts". Der Vertrag hätte acht Jahre laufen sollen.

LH-Stv. Wilfried Haslauer

als für die Museen zuständiger Politiker des Landes sagte den SN am Donnerstag, er sei mit Batliner im Gespräch. Batliner sei einer der ganz großen Mäzene Salzburgs. Es wäre höchst bedauerlich,würde er die Sammlung tatsächlich abziehen. Agnes Husslein, noch bis Ende des Jahres Direktorin des Museums der Moderne, bedauerte Batliners Ankündigung. "Das Museum der Moderne war der einzige Ort in Österreich, wo die Klassische Moderne in derartiger Dichte und Qualität gezeigt werden konnte," sagte sie der APA.