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vom 07.02.2006 - Seite 019
Die Fläche des Wissens-Gartens wird nun fast verdoppelt

VON REINHOLD TAUBER

Einerseits: Das Wissen auf allen Gebieten wächst in rasender Schnelligkeit und Fülle, auch die Speichertechnik macht ungeheure Fortschritte. Die Inhalte ganzer Bibliothekswände können schon auf einer CD Platz finden.

Anderseits: Die Flut der Wissensspeicherung in der Papierform als Basis aller Information sprengt vielerorts die gegebenen Rahmen. Aber Bibliotheken in der klassischen Form sind unverzichtbar. "Bibliotheken ¼ sind Kraftfelder der Inspiration, sie sind Kunstwerke wie Gärten oder Architektur." Vielleicht nicht jeder sieht es so lyrisch wie Gerhard Roth, aber die mit Information sowohl als Anbieter als auch als Nutzer Befassten sind einer Meinung, dass sie unverzichtbar sind.

50.000 neue Titel

Ein Klagelied über mangelnden Raum und unzeitgemäßige Angebots- und Nutzungsmöglichkeiten singt seit vielen Jahren auch das Management der Landesbibliothek in Linz, die alleine seit der Übernahme der früheren Bundes-Studienbibliothek 1999 um gut 50.000 neue Titel und Medien angewachsen ist. Die Bibliothek, "zu den architektonisch interessantesten Gebäuden zwischen Nibelungenbrücke und Blumau" zählend - so Roland Gnaiger, Architektur-Professor an der Linzer Kunst-Uni -, bekommt jetzt einen Erneuerungsschub, und der Wissens-Garten kann seine Fläche fast verdoppeln: von bisher 4000 auf fast 8000 Quadratmeter.

Der Startschuss für die Sanierung und Erweiterung der Landesbibliothek ist in der Landesregierung gefallen. Nach eingehenden Funktions- und Bedarfsanalysen durch den international tätigen Bibliotheksfachmann Klaus Kempf (München) wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, Abgabetermin ist der 27. März.

Neubau im Innenhof

Ziel der ersten Bauphase (Kosten: 9,350.000 Euro) ist die innere Erneuerung des bestehenden Gebäudes mit der Schaffung eines großzügigen Freihandbereichs mit etwa 100.000 Einheiten und Schaffung eines leserfreundlichen Umfelds. Für die zweite Bauphase sind 8,350.000 Euro vorgesehen. Mit diesen Beträgen wird neben der Sanierung auch ein Neubau im Bereich des Innenhofes erfolgen und die Baulücke in Nachbarschaft des klassischen Gebäudes, eines Musterbeispiels der architektonischen "Neuen Sachlichkeit", geschlossen.

Noch im ersten Halbjahr 2006 soll der Wettbewerb entschieden sein, als Baubeginn ist 2007 vorgesehen. 2009 - in dem Jahr der Funktion von Linz als Europa-Kulturhauptstadt - soll die erste Phase des Projekts abgeschlossen sein, anschließend wird die zweite Phase in Angriff genommen. Damit darf sich die Bibliothek als Faktor eines neuen Linzer Kulturbezirks - gedanklich mit eingebunden ist das erhoffte Musiktheater an der Blumau - mit Recht neue Impulse erwarten.

Würde alles auf nur einer CD Platz haben. Foto: Herzenberger


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