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vom 16.01.2009 - Seite 021
Das Kunst-"Schnoferl"

Die Augen fest zusammengekniffen, den Kopf nach hinten gereckt, die Lippen zum "Schnoferl" verzogen: Kaum zu glauben, aber dieser kuriose Schädel ist bereits um 1770 entstanden. Dies ist einer der Belvedere-Beiträge zur Linz09-Ausstellung "Best of Austria" im Kunstmuseum Lentos und stammt von Franz Xaver Messerschmidt (*1736 im damals bayrischen Wiesensteig, [#8224]1783 in Pressburg/Bratislava).

Der "Schnabelkopf" verfügt über eine Expressivität, die für die damalige Zeit sicher außergewöhnlich war. Er ist das berühmteste Beispiel einer Serie von rund 52 "Charakterköpfen" des ab 1770 an einer psychischen Erkrankung leidenden Künstlers. Sie zeigen alle Arten von physiognomischen Zuständen (Affekte) bis hin zu extremen Grimassen.

Von Maria Theresia wurde Messerschmidt so sehr geschätzt, dass sie ihn zu einer Art "Hofbildhauer" machte. Auch im Schloss des Prinzen Eugen steht der Barock-Künstler im Zentrum der Schausammlungen. Messerschmidt gilt als einer der Vorboten der Aufklärung.

Eine individuelle Künstlerpersönlichkeit, deren Werke bis heute ihre Gültigkeit bewahren. (gunn)

Best of Austria: bis 10. 5. 2009. Tägl. 10-18, Do 10-21 Uhr; Kontakt: 0732/ 7070-3600, www.lentos.at

Der "Schnabelkopf" Foto: Reiter




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