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Dürers Feldhase kehrt nicht in den Tiefspeicher zurück

11.08.2009 | 18:47 |  (Die Presse)

Bis Ende Oktober soll der Albertina-Speicher saniert werden. Es geht um "ein paar 100.000 Euro". Nach Angaben der Burghauptmannschaft besteht kein Risiko für die Kunstwerke.

Wien(uw). Der Chef der Burghauptmannschaft sieht kein Risiko. Der Chef der Albertina aber will abwarten – nämlich das Urteil des deutschen Gutachters Klaus-Detlef Okorn. Er soll endgültig entscheiden, ob die eine Million Kunstwerke, die nach dem Wasserschaden in der Basteihalle der Albertina lagern, dort bleiben können oder ins Ersatzdepot gebracht werden müssen.

Ob eine Sanierung des Tiefspeichers möglich ist, ohne die Werke zu gefährden (zwischen Halle und Speicher liegen zwei Meter), oder nicht. Ob sich die Albertina „ein paar 100.000 Euro“ (Albertina-Chef Schröder) für die Übersiedlung erspart. Oder nicht.

Die Zeit jedenfalls drängt. Denn eine Übersiedlung dauert fünf Wochen, aber bereits im September soll die Sanierung starten, die Ende Oktober abgeschlossen sein soll und mit bis zu 250.000Euro veranschlagt wird. Der Plan für die Sanierung sieht so aus: Die 500m2 Oberfläche der Bastei (=Depotdach) werden bis zur Schutzbetonschicht abgetragen, dann werden eine zweite Isolierschicht, eine verbesserte Drainageschicht und Asphalt aufgetragen.

Als geklärt gilt die Ursache des Wasserschadens: 2005 entstanden bei der Öffnung des Daches für den Einbau des Roboters Löcher in der Isolierschicht. In diesem Bereich sowie bei den anderen drei vorgesehenen Luken werden die erste Isolierschicht und der Schutzbeton erneuert. Kritiker bezeichnen die Methode als „Fleckerlteppich“. Eine komplette Abtragung der Decke hält Burghauptmann Beer für überflüssig: Denn der Rest sei ja dicht.

 

Noch keine Klage

Als weitere Maßnahmen werden im Inneren unter den vier potenziellen Öffnungen für den Roboter, die als Schwachstellen gelten, Blechtassen angebracht. Außerdem wird das Lagersystem modifiziert: Wertvolle Bilder werden so verteilt, dass sie händisch schnell hinausgebracht werden können. Manche Werke kehren freilich gar nicht ins Depot zurück. So werden Dürers „Feldhase“ und bis zu 1000 weitere besonders wertvolle Arbeiten an einem anderen Ort in der Albertina gelagert. Das sei jedoch „kein Misstrauensantrag“ gegenüber dem Tiefenspeicher, sagt Schröder. „Wir wollen nur das Risiko streuen.“

Offen ist, ob die 2005 bei der Öffnung des Speichers tätigen Baufirmen geklagt werden (die bisherigen Vermögensschäden liegen bei einer Mio. Euro). Zwar wurde eine gerichtliche Beweissicherung durchgeführt, aber ob man klagen wird, entscheidet das Wirtschaftsministerium. Sicher ist das nicht: Man müsse das Prozessrisiko mit der Finanzprokuratur klären, so ein Sprecher.


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