Salzburger Nachrichten am 11. März 2003 - Bereich: kultur
GALERIENBLICK

GALERIENBLICK

Academia, Salzburg

"Licht ist, was man sieht." Für Brigitte Kowanz, Österreichs renommierteste Lichtkünstlerin, die international zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum ausgeführt hat, bildet dieser Satz einen zentralen Bezugspunkt. Die Künstlerin nutzt das Medium als Botschaft. Die Form bildet das Gefäß für immaterielle Zeichen. Kowanz benutzt dafür verschiedene Codes. Am offensichtlichsten ist die geschriebene Sprache als Leuchtschrift. Sie liebt es aber auch, Kommunikation zu verschlüsseln und die Zeichen abstrakter zu gestalten.

Die Ausstellung in der Galerie Academia zeigt, wie es Kowanz gelingt, den konzeptuellen Ansatz anschaulich werden zu lassen. Rhythmus wird durch kurze und lange Lichtstreifen sichtbar. Das abstrakte Bild erschließt sich als formale Ordnung, wird aber zugleich mit konkreter Bedeutung aufgeladen. Programmierte Lichtschaltungen mit kurzen und langen Intervallen fügen zu den Faktoren Ebene und Raum noch die Dimension "Zeit" hinzu.

In den jüngsten Arbeiten kehrt Brigitte Kowanz durch Spiegel den Weg des Lichts nach innen. Halbtransparente Spionspiegel steigern die Experimente mit der imaginären Tiefe des Raums zu einem kunstvollen Spiegelkabinett. (Bis 10. April) -ter