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Linzer Kunstmuseum "Lentos" wird am Sonntag eröffnet

11.500 Kunstwerke finden hier eine neue Heimstätte


300 Jahre Wiener Zeitung!Am kommenden Sonntag, 18. Mai, öffnet das "Kunstmuseum Lentos Linz" seine Pforten. In ihm geht die Kunstsammlung der "Neuen Galerie" auf, die bis März 2003 im Linzer Stadtteil Urfahr untergebracht war.
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Neue Galerie der Stadt Linz gegründet und damit der Grundstock gelegt für einen Sammlungsbestand, der inzwischen 1.500 Gemälde, Skulpturen und Objekte, 10.000 Arbeiten auf Papier und 30.000 Bücher und Kunstkataloge umfasst. Dieser Gesamtbestand wurde innerhalb von zwei Wochen in die neuen Räumlichkeiten an der Donau übersiedelt.
Dort stehen 8.000 Quadratmeter Nutzfläche (früherer Standort: 3600 Quadratmeter), verteilt auf drei Geschosse, zur Verfügung. Das gesamte Obergeschoss mit einer Fläche von 2.300 Quadratmetern wird Ausstellungen vorbehalten sein. Im Untergeschoß sind 350 Quadratmeter für die Grafikausstellungen vorgesehen. Unter der Erde sind die Bibliothek, das Lager, die grafische Sammlung, Werkstätte sowie eine Tiefgarage untergebracht. Diese Räumlichkeiten sind auf Grund der Lage direkt an der Donau speziell hochwassergesichert.
Für rund 33 Mill. Euro wurde das Lentos Kunstmuseum in 29 Monaten Bauzeit errichtet. Die Kosten teilen sich die Stadt Linz - mit mehr als 80 Prozent - und das Land Oberösterreich. Verärgerung gibt es beim Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (S), dass der Bund nicht mitgezahlt hat. "Das verstehe ich überhaupt nicht, der Bund zahlt in Wien und in anderen Städten für solche Projekte mit, aber wir werden uns nicht in den Sand werfen, damit wir Geld bekommen", so Dobusch gegenüber dem ORF-Radio Oberösterreich. Und der Bürgermeister gab bekannt: "Ich bin froh, dass der Herr Bundespräsident die Eröffnung vornimmt, Regierungsmitglieder haben wir aber nicht eingeladen." Wenn man nichts zahle und das Projekt grundsätzlich ablehne, dann werde man Verständnis haben, dass man nicht eingeladen wird, "abstauben allein ist zu wenig", so Dobusch.
Unter insgesamt 219 teilnehmenden Architekten ist bei einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb für das Lentos Kunstmuseum Linz das Schweizer Architekturbüro Weber + Hofer AG als Sieger hervorgegangen. Eine architektonische Besonderheit des 130 Metern langen Bauwerkes ist seine gläserne Umhüllung, die bei Nacht beleuchtet ist.
Die Sammlung des Lentos Kunstmuseum Linz umfasst schwerpunktmäßig folgende Stilrichtungen: Jahrhundertwende und Expressionismus - Österreichische Malerei der Zwischenkriegszeit (1918 bis 1938) - Österreichische und Deutsche Kunst nach 1945 - Informel, Abstrakter Expressionismus (1950 bis 1965) - Geometrische Abstraktion bis Pop-Art - Angloamerikanische Pop-Art (1950 bis 1970) - Neue Malerei, Zeichnungen und Druckgrafik der 80er Jahre - Pluralistische Tendenzen bis heute - Künstlerische Fotografie des 19. Jahrhunderts.

Erschienen am: 13.05.2003

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