MuseumsQuartier: Einblicke und Ausblicke

Übersicht



Illustrierte, zweisprachige (deutsch/englisch) Einblicke in die Entstehungsgeschichte des MuseumsQuartiers (MQ), die architektonische Vielfalt innerhalb des Geländes sowie Ausblicke in die Zukunft erhält der Interessierte von dem durch Matthias Boeckl herausgegebenen Buch "MuseumsQuartier Wien. Die Architektur". Auf 144 Seiten erfährt man u.a., ob das Konzept des MQs "Zufallsergebnis oder geplante Vielfalt" ist, wie das "Kleinste Haus von Wien" entstand und natürlich auch Einiges über die neben dem Haupteingang gelegene Buchhandlung Prachner, anlässlich deren Eröffnung das Buch präsentiert wird (29. 11., 19.30 Uhr).

Beinahe hätte das gesamte kaiserliche Stallungsgebäude, das zur baulichen Grundlage des MQ avancierte, das Schicksal des nicht verwirklichten Leseturms ereilt - und das vor über 280 Jahren. Denn schon der Baubeginn 1719 unter Kaiser Karl VI. scheiterte fast an der Genehmigung: Ein unmittelbar nach der Türkenbelagerung von 1683 ausgegebener Erlass Leopolds I., wonach nicht direkt neben den Stadtmauern Wiens gebaut werden dürfe, stand dem Projekt entgegen. Der verantwortliche Hofkriegsrat beschied nur "in Gnaden" positiv, da "obbemeldete stallungen immediate von Ihro Maj. Dienste angetragen" wurden. 1723 war der erste Bauteil vollendet.

Pferdestallungen im 19.Jh.

Die augenscheinliche Kombination von (renovierter) Barockarchitektur Fischer von Erlachs (Vater und Sohn) und den neu entstandenen modernen Bauten des MQs täuscht: Auch das 19. Jahrhundert hat kräftig mitgemischt, wie es in einem entstehungsgeschichtlichen Abriss heißt. So wurden beispielsweise für den Wiener Kongress 1814/15 vermehrt Kutschenstellplätze und Pferdestallungen errichtet. Die umfangreichen Zubauten des Hofstallgebäudes und der Reithalle unter Franz Joseph ab 1853 wurden auf Grund der "gärenden Situation" in Europa unmittelbar nach 1848 zuerst geheim gehalten, da ein "imperiales Repräsentationsprojekt nur provokant wirken konnte". Erst nach 1860 wurde der gigantische Neubau publik gemacht.

Hauptaugenmerk Neubauten

Neben alten Illustrationen, Stadtplänen und Entwürfen liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf den großen Neubauten. Leopold Museum, das Mumok und die Kunsthalle Wien, aber auch die architektonischen Berührungspunkte zwischen MQ und umliegender Stadt an der Breite Gasse und die vielschichtigen Infrastrukturlösungen mit Treppen, Gehwegen und ähnlichem werden reichhaltig illustriert. Bilder von den Bauarbeiten gibt es ebenso wie Ansichten der Eröffnungs-Ausstellungen und eine tabellenförmige Aufschlüsselung der MQ-Eckdaten.

Auch ein (von aktuellen Entwicklungen etwas überholter) Blick in die "Zukunft" wird geworfen, auf das Theaterhaus für Kinder, die Rückkehr der sogenannten Drittnutzer wie Public Netbase und - obwohl schon im September eröffnet - auf das ZOOM Kindermuseum.
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