| Salzburger Nachrichten am 30. Mai 2006 - Bereich:
Fotograf Hubmann erhielt hohe Ehrung der Republik
Kunststaatssekretär Franz Morak hat am Dienstag dem Doyen der
österreichischen Fotografie, Franz Hubmann (91), das "Große Goldene
Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich"
verliehen. In seiner Laudatio referierte Filmemacher Peter Kubelka am
Beispiel Hubmanns über die phylogenetische Entwicklung vom Steinbenutzer
bis zum "Mann mit der Fotokamera". Bereits mit zwölf Jahren bekam der am 2. Oktober 1914 in Ebreichsdorf
(Niederösterreich) geborene Hubmann seine erste Kamera geschenkt. Nach dem
Besuch der Grafischen Lehr- und Versuchsanstalt wurde er Bildstellenleiter
der neu gegründeten Österreichischen Fremdenverkehrswerbung, deren
Bildarchiv er aufbaute. Daneben arbeitete Hubmann am Journal "Austria
international" mit, aus dem 1954 die Kulturzeitschrift "magnum" wurde, die
sich an der gleichnamigen Bildagentur von Robert Capa, Henri
Cartier-Bresson und David Seymour orientierte. Hubmann sah sich selbst als "Bildjournalist" und deckte das gesamte
Spektrum "moderner" Themen ab: Tanz, Musik, Architektur, Kunst, Design,
Kinder und Freizeit. Er porträtierte sowohl bunte Vögel zwischen
Künstlercafe, Opernball und Wiener Vorstadt als auch die Pariser Szene um
Chagall, Giacometti, Max Ernst und Picasso oder das Ambiente an so
unterschiedlichen Orten wie New York und dem Waldviertel. Nach der Einstellung von "magnum" 1966 arbeitete Hubmann als freier
Buchautor und schuf über 50 Bildbände. 1992 wurde im Historischen Museum
der Stadt Wien seine Ausstellung "Wien - Metamorphosen einer Stadt. 150
Jahre in Fotografien" gezeigt. Hubmann erhielt zahlreiche Auszeichnungen,
darunter das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, den Österreichischen
Staatspreis für künstlerische Fotografie, und die Ehrenmedaille der
Bundeshauptstadt Wien in Gold. |