| Von E. SCHLOCKER
INNSBRUCK. Am Beispiel von rund 150 Arbeiten von 59
Künstlern aus 18 Ländern versucht Carel Balth als Kuratur der
bereits in Den Haag und Baden-Baden gezeigten Schau ein
Resümee der Kunst der neunziger Jahre. Festgemacht ist dieser
Rückblick am Thema „The Beauty of Intimacy“, technisch an
Zeichnungen, Fotos und Videos, den für Balth unmittelbarsten,
weil im Augenblick verhafteten Techniken.
Viele große Namen finden sich in der Schau, u.a. der von
Marlene Dumas, Shirin Neshat, Rosemarie Trockel, Rachel
Whiteread, Rineke Dijkstra, Pipilotti Rist, Vanessa Beecroft
oder Damian Hirst. Ihre nun in Innsbruck zu sehenden Arbeiten
stammen allerdings aus frühen Jahren, lange noch bevor sie zu
Superstars avancierten. Die Art der Annäherung an die
Schönheit der Intimität spiegelt das gesamte Spektrum der in
den neunziger Jahren relevanten Kunstsprachen, wobei die
Auswahl alles Spekulative vermeidet.
Viele der Arbeiten thematisieren poetisch oder kühl
recherchiert Formen der Selbstfindung, stellen die Frage nach
dem sozialen Kontext, zelebrieren diverse Spielarten der
Wahrnehmung. Trotz einer längst internationalisierten
Kunstsprache zeigen sich große Unterschiede im Umgang mit dem
Privaten bei den Künstlern aus Japan, den USA, England, dem
Iran oder Skandinavien. |