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| 25.10.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Viel Orange im Künstlerhaus: "Enzyklopädie der wahren Werte" | ||
| Eine originelle Schau demonstriert die "Wiederkehr des Gleichen in Architektur, Lifestyle und Politik. Ein Passagenwerk". | ||
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Strahlendes Orange umgibt den Besucher im Wiener Künstlerhaus, wenn man die ab Donnerstag, eröffnete Ausstellung "Die Enzyklopädie der wahren Werte. Die Wiederkehr des Gleichen in Architektur Design Lifestyle Politik. Ein Passagenwerk" betritt. Teil des Konzeptes ist es nämlich, dass Architekten ihnen zugeteilte Objekte erst noch anordnen müssen. In witziger und kluger Weise werden in der Schau (27. 10. bis 26. Februar 2006) Begriffe und Formen des Alltages thematisiert. Jene zuletzt in Wien wenig erfolgreiche Partei hätte ihre helle Freude am ersten Raum der Ausstellung, der fast ausschließlich in orange gehalten ist, vom Boden über die Wände bis zu den Exponaten. Da befinden sich ein Kanu, eine Vespa, Liegestühle, oder ein Sofa, und an den Wänden finden sich jede Menge Ballons und Konzertposter von Deep Purple. Trotz andersfarbigen Namens sind auch die Plakate der Rock-Ikonen in orange gehalten. "Orange ist eine alte sozialistische Farbe", relativierte Kurator Jan Tabor BZÖ-Assoziationen gleich wieder, und legte zum Beweis ein altes Veranstaltungs-Plakat des legendären Austromarxisten Otto Bauer vor. Aber das sei nicht der Grund für das orange Design, so Tabor weiter. "Orange ist die universellste Farbe, und der erste Raum soll eine Verdichtung der Farbe Orange sein". Das an die Wand geschriebene Motto, selbstverständlich in Orange, borgte er sich von Derek Jarman: "Wo gelb in rot taucht, sind die Wellen orange". Der orange Raum, den das Team um Jan Tabor adaptierte, ist bis jetzt der einzig fertig gestaltete. Alle weiteren werden ab Donnerstag innerhalb einer Woche von Architekten eingerichtet, u. a. von 000y0, achhorner & jarder, Heidulf Gerngroß, Henke & Schreieck, rataplan, Querkraft Architekten, Sputnik, Supernett Architektur, swap, Silberpfeil-Architekten, Wolfgang Tschapeller. Jede Gruppe erhält Objekte und Ort zugeteilt und darf ihren Aufbau auch während der Ausstellungsdauer beliebig verändern. Vorgegeben sind lediglich orange-rote Laufstege, auf denen das Publikum gehen muss. Vorgegeben sind auch die Begriffe, die von den Architekten dargestellt werden sollen. Ein "Ideenkommitee", darunter etwa Filmemacherin Ruth Beckermann, MUMOK-Direktor Edelbert Köb oder Klangforum-Intendant Sven Hartberger, definierte unsere Zeit prägende "wahre Werte" von A wie "Angst" bis Z wie "Zukunft". Solche Begriffe sind z. B. "Wunder", "Bahnhof", "Treue", "Lenin", "Luxus". Zwei Städte kommen vor: Preßburg (Bratislava) und Istanbul. An diesen beiden interessierte Tabor die Gegensätzlichkeit: "Bratislava kennt noch immer kaum wer, und Istanbul ist momentan so angesagt wie Barcelona vor zehn Jahren". Auch "Ähnlichkeit" ist ein wichtiger dramaturgischer Faktor der Schau, die dem Philosophen Walter Benjamin und dessen Schrift "Passagenwerk" gewidmet ist. So fänden sich bestimmte Formen des Designs über Jahrzehnte immer wieder, etwa der "Koffer". Tabor: "Die Arbeiterkammer Wien stellte uns eine 'Wanderbücherei' von 1983 zur Verfügung, in einem großen Schrankkoffer untergebracht. Darauf hin lief ich sofort los, um den 'Austrokoffer' zu kaufen. Die ergänzen einander doch herrlich". (APA) |
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