
Junge Positionen und Altbewährtes.

Kunstwerke für einen Cent.
Wien.
Viele Fakten sind gleich geblieben: In etwa die Anzahl der Galerien
(107) mit 27 aus Ost- und Südeuropa; ungefähr auch die Zahl der etwas
über 1000 ausgestellten Künstler. Zu Diskussionsveranstaltungen und
Zeitschriftenständen kommen Kojen der Museen und Kunsthallen hinzu, die
Firma Wittmann stattete die VIP Lounge mit Künstlermöbeln aus. In einer
Zone 1 gibt es reduzierte Standpreise.
Neu für die Veiennafair ist, dass der
Mumok-Direktor Edelbert Köb mit Kuratoren seines Hauses aus
Einzelpräsentationen von Künstlern einen für das Mumok ausgewählt hat:
Den bulgarischen Videokünstler Kamen Stoyanov aus der jungen Galerie
Dana Charkasi. Er wird mit seinen sozialkritischen Beobachtungen in die
Schiene der Mumok-Factory passen. Eine Überraschung ist diese Wahl
damit nicht.
Neben den unterschiedlichen Präsentationen der Kojen – wobei noch
ein Preis für die beste Darstellung vergeben wird – ist insgesamt der
erste Eindruck, dass die Anhäufungen der ersten Jahre abnehmen
gegenüber klaren Positionen.
Klare Positionen
Die Mischung von junger Kunst mit Altbewährtem herrscht unverändert
vor. Neben internationalen Namen wie Yves Klein, Georg Baselitz, Sigmar
Polke, den Wiener Aktionisten, Clegg & Guttmann, Walter Niedermayr
und Anna Jermolaewa tauchen auch eine Menge unbekannter junger
Positionen auf. So zeigt die Berliner Galerie Vonderbank den Maler
Sebastian Schrader, der üppig aus der Kunstgeschichte religiöse Themen
schöpft.
Bei Layr: Wuestenhagen demoliert die Gruppe mahony die Wände des
Messestands, um aus den Teilen ein Floß zu bauen, das dann beim
Schwimmversuch im Donaukanal hoffentlich über Wasser bleibt.
Sicher verkaufen sich die Ein-Cent-Kunstwerke, ebenfalls eine
Novität, die das MAK und die Angewandte in Plastiksäckchen anbieten.
Kunstsupermarkt und die gleichzeitig im Künstlerhaus laufende
Kunstmesse "ARTmART" mit Werken um 70 Euro setzen die Ausstellenden
unter Druck, daher wird erstmals darauf hingewiesen, dass es Kunst für
jede Geldbörse gibt.
Dazu haben sich aber offenbar 200 namhafte Sammler angekündigt. Die
alte Angst vor einem Österreich ohne wirkliche Kunstenthusiasten
schwindet zusehends.
Kunstmesse
Viennafair
Messezentrum neu
(1021, Messeplatz 1)
Von 26. bis 29. Mai; Do., Fr. von 12 bis 19 Uhr, Samstag von 11 bis 19 Uhr, Sonntag von 11 bis 18 Uhr
Informationen: 01 / 72720 - 310, http://www.viennafair.at
Kunst für alle.
Mittwoch, 25. April 2007