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Kunstberichte

Gast im Himmelreich der Sammler

Die Wiener Kunstmesse Viennafair fokussiert bei ihrer dritten Auflage die Kunst aus Zentral- und Südosteuropa
Illustration
- Wer mag, kann auf der Viennafair etwa „The-Princess’-Slippers“ des rumänischen Künstlerduos Romelo Pervolovici/Maria Manolescu erwerben.  Foto: 2Meta Gallery, Bucharest

Wer mag, kann auf der Viennafair etwa „The-Princess’-Slippers“ des rumänischen Künstlerduos Romelo Pervolovici/Maria Manolescu erwerben. Foto: 2Meta Gallery, Bucharest

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Aufzählung Junge Positionen und Altbewährtes.
Aufzählung Kunstwerke für einen Cent.

Wien. Viele Fakten sind gleich geblieben: In etwa die Anzahl der Galerien (107) mit 27 aus Ost- und Südeuropa; ungefähr auch die Zahl der etwas über 1000 ausgestellten Künstler. Zu Diskussionsveranstaltungen und Zeitschriftenständen kommen Kojen der Museen und Kunsthallen hinzu, die Firma Wittmann stattete die VIP Lounge mit Künstlermöbeln aus. In einer Zone 1 gibt es reduzierte Standpreise.

Neu für die Veiennafair ist, dass der Mumok-Direktor Edelbert Köb mit Kuratoren seines Hauses aus Einzelpräsentationen von Künstlern einen für das Mumok ausgewählt hat: Den bulgarischen Videokünstler Kamen Stoyanov aus der jungen Galerie Dana Charkasi. Er wird mit seinen sozialkritischen Beobachtungen in die Schiene der Mumok-Factory passen. Eine Überraschung ist diese Wahl damit nicht.

Neben den unterschiedlichen Präsentationen der Kojen – wobei noch ein Preis für die beste Darstellung vergeben wird – ist insgesamt der erste Eindruck, dass die Anhäufungen der ersten Jahre abnehmen gegenüber klaren Positionen.

Klare Positionen

Die Mischung von junger Kunst mit Altbewährtem herrscht unverändert vor. Neben internationalen Namen wie Yves Klein, Georg Baselitz, Sigmar Polke, den Wiener Aktionisten, Clegg & Guttmann, Walter Niedermayr und Anna Jermolaewa tauchen auch eine Menge unbekannter junger Positionen auf. So zeigt die Berliner Galerie Vonderbank den Maler Sebastian Schrader, der üppig aus der Kunstgeschichte religiöse Themen schöpft.

Bei Layr: Wuestenhagen demoliert die Gruppe mahony die Wände des Messestands, um aus den Teilen ein Floß zu bauen, das dann beim Schwimmversuch im Donaukanal hoffentlich über Wasser bleibt.

Sicher verkaufen sich die Ein-Cent-Kunstwerke, ebenfalls eine Novität, die das MAK und die Angewandte in Plastiksäckchen anbieten. Kunstsupermarkt und die gleichzeitig im Künstlerhaus laufende Kunstmesse "ARTmART" mit Werken um 70 Euro setzen die Ausstellenden unter Druck, daher wird erstmals darauf hingewiesen, dass es Kunst für jede Geldbörse gibt.

Dazu haben sich aber offenbar 200 namhafte Sammler angekündigt. Die alte Angst vor einem Österreich ohne wirkliche Kunstenthusiasten schwindet zusehends.

Kunstmesse

Viennafair

Messezentrum neu

(1021, Messeplatz 1)

Von 26. bis 29. Mai; Do., Fr. von 12 bis 19 Uhr, Samstag von 11 bis 19 Uhr, Sonntag von 11 bis 18 Uhr

Informationen: 01 / 72720 - 310, http://www.viennafair.at

Kunst für alle.

Mittwoch, 25. April 2007


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